VENEDIG – Paukenschlag am Teatro La Fenice in Venedig: Das Orchester des weltberühmten Opernhauses ist am Freitagnachmittag in einen Streik getreten. Der Protest richtet sich gegen die Methoden und die Logik hinter der umstrittenen Ernennung von Beatrice Venezi zur neuen Musikdirektorin des Hauses.
Die unmittelbare Folge des Protests war die Absage der geplanten Premiere der Oper „Wozzeck“, die eigentlich die lyrische Saison eröffnen sollte. Dies stellt einen ersten herben Rückschlag für den neuen Intendanten, Nicola Colabianchi, dar.
Flashmob mit 1.000 Teilnehmern
Statt im Orchestergraben versammelten sich die Musiker zusammen mit rund 1.000 Unterstützern zu einem Flashmob im Herzen der Stadt. Auf dem Campo Sant’Angelo, nur wenige Schritte vom nun leeren Theater entfernt, mischten sich Musik und Wortbeiträge. Die Musiker spielten, angeführt von den ersten Geigen, zunächst die italienische Nationalhymne (Inno di Mameli).
Es folgten drei Schweigeminuten im Gedenken an drei kürzlich bei einer Tragödie in Castel D’Azzano (Verona) getötete Carabinieri. Zwischen den Reden von Gewerkschaftsvertretern intonierten Chor und Orchester schließlich das „Va‘ Pensiero“ aus Verdis Nabucco als „Zeichen der Hoffnung“.
Scharfe Kritik an der Aktion kam aus der Regierung. Kulturstaatssekretär Gianmarco Mazzi nannte die Reaktion der Fenice-Mitarbeiter „unverhältnismäßig und gefährlich“. Der Ton sei „aggressiv“ und „erzwungen“. Mazzi wies die Kritik zurück und betonte, das aktuelle Kulturministerium habe sich in den letzten 20 Jahren am stärksten für die Opernhäuser eingesetzt, was selbst die Gewerkschaften anerkannt hätten.




















