Vergangene Woche führte eine harmlose Bestellung des Kult-Cocktails „Negroni“ in einer Bar in Pordenone beinahe zu einer handfesten Auseinandersetzung. Anlass war die lautstarke Kritik einer Gruppe junger Ausländer, die den Namen „Negroni” als rassistisch empfanden.
Was mit einer normalen Bestellung begann, eskalierte schnell zu einer hitzigen Debatte: Ein junger Mann bezeichnete den Cocktail aufgrund seines klingenden Namens als diskriminierend. Andere Gäste reagierten darauf mit lautem Widerspruch, es flogen teils heftige Worte. Die Situation wurde nur durch den beherzten Eingriff der Bar-Mitarbeiter, angeführt von der Barkeeperin Graziella Piccolo, sowie zweier Frauen, die schlichtend eingriffen, geduldet.
Historisch betrachtet ist der Negroni harmlos: Er geht auf den Florentiner Grafen Camillo Negroni zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts seinen klassischen Aperitif in einem Café verfeinern ließ.
Dieser Vorfall entfachte eine breitere Kontroverse um kulturelle Sensibilität und „Wokeness“. Kritiker bemängeln eine Überempfindlichkeit, Befürworter sprechen hingegen von einem berechtigten Hinterfragen selbst vertrauter Begriffe. Auch in den sozialen Medien entwickelte das Thema rasch Dynamik und polarisiert Pordenone und die italienische Öffentlichkeit.




















