Rom – Für Italiens Abschlussjahrgang beginnt die entscheidende Phase: Nach den schriftlichen Klausuren der Maturità 2026 – Italiens Pendant zum Abitur – stehen nun die mündlichen Prüfungen an. Bereits am Montag nach den beiden schriftlichen Proben durften die ersten Kommissionen mit dem „colloquio orale“ starten, dem gefürchteten Prüfungsgespräch, das traditionell die ganze Nation beschäftigt.
Den Auftakt hatten in der Vorwoche die schriftlichen Arbeiten gemacht: zunächst der Aufsatz im Fach Italienisch, einen Tag später die fachspezifische zweite Klausur. Bis sich der letzte Prüfling dem Gremium gestellt hat, dürfte es allerdings dauern – die Gespräche ziehen sich gewöhnlich bis in die zweite Juliwoche.
Maturità 2026: So läuft das mündliche Examen
Das Prüfungsgespräch folgt einem festen Ablauf. Die Schülerinnen und Schüler eröffnen es mit einer Reflexion über ihren persönlichen und schulischen Werdegang, ehe die Kommission auf die vier zentralen Fächer des jeweiligen Schulzweigs eingeht. Gefragt sind Zusammenhänge, Beispiele und eigenständige Gedankengänge; rund 45 bis 60 Minuten dauert das Ganze.
Neu ist in diesem Jahr eine wichtige Verschärfung: Das mündliche Examen ist nun verpflichtend. Damit ist die im Vorjahr von einigen Jugendlichen aus Protest gewählte „stumme Szene“, das absichtliche Schweigen vor der Kommission, keine Option mehr. Wer den Abschluss und das ersehnte Diplom erreichen will, muss sich dem Gespräch stellen. Für Hunderttausende Maturandi entscheidet sich in diesen Wochen, ob die Schulzeit erfolgreich endet – ein Moment, der in Italien Jahr für Jahr mit großer Anteilnahme verfolgt wird.




















