Nuoro – Den Ermittlungsbehörden auf der Mittelmeerinsel Sardinien ist ein Schlag von nationaler Bedeutung gegen die organisierte Drogenkriminalität gelungen. In den frühen Morgenstunden des 13. Januar 2026 führten die Carabinieri des Provinzkommandos Nuoro eine umfassende Operation durch, die zur Verhaftung von vier Personen führte. Ein fünfter Verdächtiger wurde auf freiem Fuß angezeigt. Den Beschuldigten aus den Gemeinden Orani, Silanus und Buddusò wird die gemeinschaftliche Produktion von Betäubungsmitteln vorgeworfen.
Ein Fund von nationaler Tragweite
Bereits im vergangenen Juli hatten Spezialeinheiten der Carabinieri auf einem Gelände bei Orani eine gigantische Marihuana-Plantage auf Sardinien entdeckt. Die Ausmaße des Fundes sind schwindelerregend: Über 40.000 Cannabispflanzen waren dort im Anbau, weitere 13.000 befanden sich bereits in der Trocknungsphase. Das Gesamtgewicht der sichergestellten Drogen belief sich auf etwa 3,5 Tonnen.
Laboranalysen ergaben, dass die Menge rund 370 Kilogramm reinen Wirkstoff (THC) enthalten hätte, was etwa 15 Millionen Einzeldosen entspricht. Experten schätzen den potenziellen Verkaufserlös auf dem Schwarzmarkt auf rund 31 Millionen Euro. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Allein die 25.000 Pflanzen dieses Komplexes übersteigen die gesamte Menge, die im Jahr 2024 in Kalabrien – der zweitwichtigsten Anbauregion Italiens – beschlagnahmt wurde. Dieser Einzelfund macht zudem etwa ein Sechstel der gesamten italienischen Jahresproduktion aus.
Monatelange Ermittlungen führen zum Erfolg
Der heutige Einsatz ist das Ergebnis akribischer Ermittlungsarbeit, die zunächst durch Feldbeobachtungen des „Reparto Squadriglie“ begann und später von der Ermittlungseinheit des Provinzkommandos Nuoro vertieft wurde. Dank technischer Überwachung und klassischer Polizeiarbeit konnten die Verantwortlichen hinter dem Millionen-Geschäft identifiziert werden.
Die Justizbehörden betonen jedoch, dass sich das Verfahren noch in der Phase der Vorermittlungen befindet. Für alle vier festgenommenen Personen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Mit dieser Operation haben die Carabinieri jedoch erneut bewiesen, dass der Kampf gegen den großflächigen Drogenanbau in den abgelegenen Regionen Sardiniens höchste Priorität genießt.




















