Marano – Die Region um Neapel kommt nicht zur Ruhe. In der Gemeinde Marano ereignete sich am Samstagmittag ein brutaler Hinterhalt, der alle Merkmale einer klassischen Mafia-Hinrichtung trägt. Das Opfer, der polizeibekannte Castrese Palumbo, verstarb noch am Tatort an seinen schweren Schussverletzungen.
Hinterhalt an einer belebten Kreuzung
Der Vorfall ereignete sich gegen Mittag im Bereich der Via Svizzera, nahe der Kreuzung zum Corso Europa. Ersten Rekonstruktionen der Sicherheitskräfte zufolge befand sich Palumbo in seinem Fahrzeug, als sich zwei Unbekannte auf einem Motorrad näherten. Die Täter zögerten nicht lange und feuerten gezielt mehrere Schüsse auf den Mann ab, der in Ermittlerkreisen als Mitglied des berüchtigten Nuvoletta-Clans gilt.
Zahlreiche Passanten wurden unfreiwillig Augenzeugen des blutigen Übergriffs und alarmierten umgehend die Rettungskräfte sowie die Polizei. Doch für Palumbo kam jede Hilfe zu spät; er erlag noch vor Ort seinen Verletzungen. Die Schützen konnten im dichten Stadtverkehr unerkannt entkommen und sind seither flüchtig.
Ermittlungen im Milieu der Camorra
Die Carabinieri haben den Tatort weiträumig abgesperrt, um Spuren zu sichern und Ballistiker mit der Untersuchung der Projektile zu beauftragen. Der Fokus der Ermittler liegt derzeit auf dem kriminellen Umfeld des Opfers. Palumbo, in der Szene unter dem Spitznamen „Svitapierno“ bekannt, soll tiefe Verbindungen zur organisierten Kriminalität in der Region Neapel gehabt haben.
Interessant für die Behörden ist zudem der familiäre Hintergrund: Ein Neffe des Opfers befindet sich derzeit wegen eines anderen Tötungsdelikts in Haft, was Spekulationen über mögliche Racheakte oder interne Machtkämpfe innerhalb der Clans befeuert. Die Polizei prüft nun Videoaufnahmen der umliegenden Überwachungskameras, um die Fluchtroute der Motorrad-Killer zu rekonstruieren und die Hintergründe dieser Tat in Marano vollständig aufzuklären.




















