ROM – Ein unschätzbares Fragment der italienischen Kunst- und Religionsgeschichte ist an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. In einer feierlichen Zeremonie in der Basilika Santa Maria in Aracoeli übergab der Kommandant der Carabinieri für den Schutz des Kulturguts (TPC), General Antonio Petti, heute (29. Oktober 2025) eine Miniatur aus dem 15. Jahrhundert an den Kardinalvikar Mons. Baldassare Reina. Das Kunstwerk war in den 1980er Jahren aus dem dortigen Franziskanerkloster gestohlen worden.
Die Spur des 250.000-Euro-Werks
Bei dem wiedergefundenen Schatz handelt es sich um ein Fragment (256 x 256 mm), das die „Madonna mit Kind“ darstellt. Es wird dem bedeutenden Miniaturmaler Fra Antonio da Monza zugeschrieben, der unter Papst Alexander VI. Borgia tätig war und von Künstlern wie Bramante und Leonardo da Vinci beeinflusst wurde. Das Werk war einst Teil eines Choralbuchs (Graduale R, Blatt 98) im Kloster. Der Diebstahl einer Reihe von Buchmalereien wurde im Dezember 1987 gemeldet, nachdem die Verluste zwischen 1981 und 1986 bemerkt worden waren.
Die Ermittlungen der Carabinieri
Die Ermittler der TPC, koordiniert von der Staatsanwaltschaft Rom, identifizierten das Werk durch die Überwachung des internationalen Kunstmarktes. Die Miniatur, deren Wert auf rund 250.000 Euro geschätzt wird, war auf der Website eines Londoner Auktionshauses zum Verkauf angeboten worden. Physisch befand sich das Objekt jedoch in der Schweizer Niederlassung des Auktionshauses in Zürich. Dank einer entscheidenden Studie von Padre Bellarmino Bagati aus dem Jahr 1935 konnte das Werk zweifelsfrei identifiziert werden. Das Auktionshaus kooperierte und stimmte der freiwilligen Rückgabe zu. Im Juni 2025 wurde die Miniatur von Zürich nach Italien zurückgebracht.




















