Turin – Was als musikalische Feier zum Jahreswechsel begann, schlug in der Nacht zum 1. Januar 2026 in offene Gewalt um. Rund 2.000 Teilnehmer hatten sich im Turiner Viertel Vanchiglia zu einer sogenannten „Street Parade“ versammelt. Die Veranstaltung, die vom Umfeld des linksautonomen Zentrums „Askatasuna“ organisiert worden war, eskalierte kurz nach Mitternacht, als Gruppen von Demonstranten gezielt die Konfrontation mit den Sicherheitskräften suchten.
Eskalation im Viertel Vanchiglia
Der Demonstrationszug bewegte sich bewusst in Richtung jener Immobilie, in der das Zentrum Askatasuna bis vor zwei Wochen ansässig war, bevor es von den Behörden geräumt wurde. Unter dem aggressiven Slogan „Ein neues Jahr des Kampfes hat begonnen, und wir werden überall sein“ zogen die Aktivisten durch die Straßen. An der Kreuzung Via Rossini und Corso Regina Margherita kam es schließlich zum gewaltsamen Ausbruch.
Aus der Menge heraus wurden gezielt Feuerwerkskörper, Flaschen und sogenannte „Bombe Carta“ – illegale, hochexplosive Papierböller – auf die Beamten der Carabinieri und der Staatspolizei geschleudert. Die Sicherheitskräfte reagierten auf die massiven Angriffe mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern, um die gewalttätigen Gruppen zurückzudrängen und eine weitere Eskalation im dicht besiedelten Wohngebiet zu verhindern.
Verletzte Beamte und Fortsetzung der Feier
Nach ersten Informationen aus Sicherheitskreisen wurden bei den Zusammenstößen mehrere Carabinieri verletzt. Die genaue Anzahl der Verletzten und das Ausmaß der Sachschäden an Fahrzeugen und Straßeneinrichtungen werden derzeit noch ermittelt. Trotz der heftigen Krawalle in Turin löste sich der harte Kern der Demonstranten erst nach geraumer Zeit auf.
Der Rest des Zuges setzte die Parade schließlich in Richtung des Campus Einaudi fort. Dort mündete die zuvor hochaggressive Demonstration in eine Tanzveranstaltung, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Die Turiner Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen aufgenommen, um die Rädelsführer der Angriffe auf die Staatsgewalt anhand von Videoaufnahmen zu identifizieren. Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die angespannte Sicherheitslage im Umfeld der Turiner Hausbesetzerszene, die nach der jüngsten Räumung ihres Hauptquartiers verstärkt auf Konfrontationskurs zum Rechtsstaat geht.




















