Reggio Calabria – Seit den frühen Morgenstunden des 20. Januar 2026 findet in der kalabrischen Provinzhauptstadt eine massive Polizeioperation statt. Über 150 Einsatzkräfte der Carabinieri sind daran beteiligt, zahlreiche gerichtliche Anordnungen gegen Verdächtige zu vollstrecken, die unter der Koordination der Staatsanwaltschaft stehen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Den Beschuldigten werden unter anderem schwerer Diebstahl, Hehlerei, Erpressung sowie der illegale Besitz von Waffen zur Last gelegt.
Die kriminelle Zentrale im Stadtteil Arghillà
Die Ermittlungen, die zu diesem Schlag führten, fanden ihren Ursprung bereits im Oktober 2024. Über ein halbes Jahr lang, bis April 2025, sammelten die Fahnder akribisch Beweise gegen eine kriminelle Gruppierung, die ihren operativen Stützpunkt im Viertel Arghillà eingerichtet hatte. Dieser Stadtteil fungierte als Logistikzentrum eines gut organisierten Netzwerks, das sich auf den systematischen Diebstahl von Personenkraftwagen spezialisiert hatte.
Dabei gingen die Täter nach einem hocheffizienten und skrupellosen Muster vor: Entweder wurden die entwendeten Fahrzeuge innerhalb weniger Stunden komplett in ihre Einzelteile zerlegt, um diese gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt zu veräußern, oder sie nutzten das Modell der Rückkauf-Erpressung, im Italienischen als „cavallo di ritorno“ bekannt. Bei dieser Methode forderten die Kriminellen von den rechtmäßigen Besitzern Schmiergelder für die Rückgabe ihrer eigenen Autos.
Waffen und Ersatzteillager sichergestellt
Während des Zugriffs konnten die Sicherheitskräfte nicht nur Beweismittel für die Diebstähle sichern, sondern auch illegale Waffen sowie beträchtliche Mengen an bereits demontierten Ersatzteilen beschlagnahmen. Diese Funde bestätigen den Verdacht eines hochgradig organisierten Vorgehens, das weit über einfache Gelegenheitskriminalität hinausging.
Weitere Einzelheiten zu den Verhaftungen und den Hintergründen der Ermittlungen werden die Carabinieri im Laufe des Vormittags in einer offiziellen Pressekonferenz bekannt geben. Die Aktion gilt als einer der bedeutendsten Erfolge gegen die Kfz-Mafia in der Region seit Monaten.




















