LANZADA / SONDRIO – Am heutigen Donnerstagvormittag ereignete sich in der norditalienischen Provinz Sondrio ein tragischer Flugunfall, der die lokale Gemeinschaft in tiefe Trauer stürzt. Ein Arbeitshelikopter, der mit vier Personen besetzt war, verunglückte in der Gemeinde Lanzada im Veltlin (Valtellina). Die Bilanz des Unglücks ist verheerend: Ein Insasse kam ums Leben, drei weitere Personen erlitten Verletzungen.
Der Vorfall ereignete sich gegen 08:30 Uhr morgens in der Ortschaft Le Prese. Nach ersten Erkenntnissen befand sich der Hubschrauber im Arbeitseinsatz, um Sicherungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen an einem Hang durchzuführen, an dem sich am 11. November ein Erdrutsch ereignet hatte. Dieses schwierige Terrain wurde der Besatzung offenbar zum Verhängnis.
Schwierige Bergung im unwegsamen Gelände
Ersten Rekonstruktionen zufolge touchierte der Helikopter während eines komplizierten Manövers einen Felsvorsprung. Durch den Aufprall verlor der Pilot die Kontrolle über das Fluggerät, was zum Absturz in das zerklüftete Gebiet führte. Unter den vier Insassen befanden sich eine 27-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 54 und 60 Jahren. Über die Identität des Todesopfers lagen zunächst noch keine detaillierten Angaben vor.
Die Rettungskette funktionierte trotz der widrigen Umstände im alpinen Gelände unverzüglich. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften wurde mobilisiert, darunter die Bergrettung, die spezialisierte SAF-Einheit (Speleo Alpino Fluviale) des Provinzkommandos Sondrio sowie medizinische Teams der Areu 118.
Einsatzkräfte im Kampf gegen die Zeit
Besonders entscheidend war der Einsatz des Feuerwehrhubschraubers „Drago 166“ aus der Lombardei. Der Besatzung gelang es bei einer Erkundung aus der Luft, den leblosen Körper eines der Insassen talwärts der Aufprallstelle zu lokalisieren. Aufgrund der Unzugänglichkeit des Geländes mussten sich zwei Retter per Seilwinde abseilen, um erste Hilfe zu leisten.
Angesichts der Schwere der Verletzungen der Überlebenden wurde zusätzlich ein medizinischer Rettungshubschrauber angefordert, um die notärztliche Versorgung sicherzustellen. Die genauen Hintergründe, warum die Maschine den Felssporn touchierte, werden nun Gegenstand technischer Untersuchungen sein. Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Gefahren, denen Einsatzteams bei Arbeiten im Hochgebirge täglich ausgesetzt sind.




















