Sassari – In der sardischen Stadt Sassari spielten sich in den vergangenen Tagen schreckliche Szenen ab, die erst durch das beherzte Eingreifen der Carabinieri beendet wurden. Ein 34-jähriger Mann wurde wegen schwerer Vorwürfe festgenommen, darunter Freiheitsentziehung, Folter, Körperverletzung und Misshandlung in der Familie. Den Beamten bot sich bei dem Einsatz ein Bild des Grauens, nachdem die Mutter einer 25-jährigen Frau Alarm geschlagen hatte, weil sie ihre Tochter nicht mehr erreichen konnte.
Da der Tatverdächtige den Beamten den Zutritt zur Wohnung verweigerte, mussten die Einsatzkräfte mithilfe einer Drehleiter der Feuerwehr durch ein Fenster einsteigen. In der Wohnung fanden sie die völlig verstörte junge Frau vor, die nach eigenen Angaben bereits seit zehn Tagen gegen ihren Willen festgehalten wurde. Ihr Körper wies zahlreiche Hämatome auf, die Zeugnis von der massiven Gewalt ablegten, die sie erleiden musste.
Ein Martyrium aus Gewalt und Erniedrigung
Die Ermittlungen ergaben, dass die Beziehung bereits seit etwa drei Monaten von massiver Gewalt geprägt war. Der Mann soll die 25-Jährige systematisch gedemütigt und misshandelt haben. Zu den Grausamkeiten gehörten Schläge und Stöße sowie das Ausdrücken von brennenden Zigaretten auf ihrem Unterarm. Während der zehntägigen Gefangenschaft wurde die junge Frau zudem massiv psychisch gequält: Der Täter soll ihr Essen auf den Boden geworfen, darauf gespuckt und es zertreten haben, bevor sie es essen durfte.
Besonders perfide waren die Drohungen, sie mit Säure zu entstellen oder sie zur Einnahme von Bleichmittel zu zwingen. Um sie nach einem Fluchtversuch weiter zu erniedrigen, schnitt der Mann ihr mit einem Rasierer die Haare ab. Die junge Frau gab zudem an, zur Einnahme von Psychopharmaka gezwungen worden zu sein. Im betäubten Zustand kam es laut ihren Schilderungen zu sexuellem Missbrauch, gegen den sie sich nicht wehren konnte. Diese Vorwürfe wurden später in einer formellen Anzeige bei der Polizei festgehalten.
Widerstand bei der Festnahme
Nach ihrer Rettung wurde das Opfer umgehend in das Krankenhaus Santissima Annunziata gebracht, wo sie weiterhin medizinisch versorgt wird. Ein spezialisiertes Zentrum für Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt übernimmt nun die weitere Betreuung. Der 34-jährige Tatverdächtige zeigte sich auch während der polizeilichen Maßnahmen äußerst aggressiv. In der Kaserne versuchte er, die Beamten anzugreifen und griff sogar nach einem Feuerlöscher, um die Einsatzkräfte zu attackieren. Er konnte jedoch überwältigt werden. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der Mann in das Gefängnis von Bancali überstellt.




















