Neapel – Im Fall des kleinen Domenico Caliendo, der nach einer misslungenen Herztransplantation im Neapolitaner Monaldi-Krankenhaus starb, haben sich die Familie und die Klinik auf eine Entschädigung geeinigt. Die außergerichtliche Vereinbarung erspart den Angehörigen einen zusätzlichen Zivilprozess. Nach übereinstimmenden Angaben liegt die Summe knapp unter anderthalb Millionen Euro; der genaue Betrag unterliegt einer Vertraulichkeitsklausel. Anspruchsberechtigt sind sechs nahe Angehörige, darunter die Eltern, die beiden Geschwister und die Großeltern.
Der rund zweieinhalb Jahre alte Junge war wegen eines schweren Herzfehlers in Behandlung. Bei der Transplantation soll das Spenderorgan fehlerhaft konserviert und dadurch geschädigt worden sein. Nach dem Eingriff verschlechterte sich sein Zustand rasch; er starb nach Wochen des Leidens. Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt gegen sieben medizinische Fachkräfte, die an Entnahme und Implantation beteiligt waren. Der Strafprozess soll Ende September beginnen.
Familie pocht weiter auf Gerechtigkeit
Die Mutter des Jungen machte deutlich, dass es ihr nie um Geld gegangen sei. Wichtig sei gewesen, das zivilrechtliche Kapitel vor Beginn des Strafverfahrens abzuschließen, um sich ganz auf die Aufklärung konzentrieren zu können. Sie kündigte an, den Verantwortlichen im Prozess in die Augen sehen zu wollen; das sei sie ihrem Sohn schuldig.
Der Anwalt der Familie zeigte sich mit der Einigung zufrieden: Die Klinik habe die Entschädigung zuerkannt und den Angehörigen einen belastenden Zivilprozess erspart. Bereits im Frühsommer hatte ein Ermittlungsrichter den zuständigen Primar und seine Stellvertreterin suspendiert; unter den Vorwürfen steht auch die Fälschung der Krankenakte zum Transplantat. Das Protokoll zur Entschädigung soll im September unterzeichnet werden.




















