Sklavenarbeit auf den Feldern: Unternehmer unter schwerem Verdacht
Erntehelfer für Hungerlohn im Pestizid-Nebel
Aversa – Die Carabinieri haben zwei Unternehmer aus der Landwirtschaftsbranche bei Aversa festgenommen. Ihnen werden illegale Anwerbung und schwere Ausbeutung von Feldarbeitern vorgeworfen. Die Ermittler der Arbeitsinspektion entdeckten bei einer Kontrolle menschenverachtende Zustände.
Den Erkenntnissen zufolge rekrutierten die Unternehmer ihre Arbeiter, hauptsächlich indische Staatsangehörige ohne gültige Papiere, direkt von der Straße. Einer der Verdächtigen soll sie dann in einem Lieferwagen zu den Feldern gefahren haben. Dort mussten die Männer unter unvorstellbaren Bedingungen schuften: Arbeitstage von 10 bis 14 Stunden für einen Lohn von rund drei Euro pro Stunde. Einen wöchentlichen Ruhetag oder die Möglichkeit, sich bei Krankheit abzumelden, gab es nicht. Die Pausen dauerten nur wenige Minuten, die Nutzung von Mobiltelefonen war untersagt.
Die Ausbeutung ging aber noch weiter. Die Arbeiter wurden gezwungen, auch bei starkem Regen oder extremer Hitze auf den Feldern zu bleiben. Selbst wenn gesundheitsschädliche Pestizide versprüht wurden, mussten sie weiterarbeiten – ohne jegliche Schutzausrüstung. Die geltenden Vorschriften zur Arbeitssicherheit wurden komplett ignoriert.
Ein Gericht in Napoli Nord bestätigte die Festnahme und ordnete für beide Beschuldigten eine Meldepflicht bei der Polizei an. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.




















