Cremona – Die italienische Eisenbahnwelt wird erneut von einer schweren Gewalttat erschüttert. Ein 20-jähriger Mann ohne festen Wohnsitz wurde von den Carabinieri angezeigt, nachdem er am vergangenen Donnerstag in den frühen Morgenstunden einen Zugchef am Bahnhof von Cavatigozzi massiv angegriffen hatte. Der Bahnmitarbeiter hatte den jungen Mann zuvor in einem abgesperrten Bereich entdeckt, in dem der Aufenthalt für Unbefugte untersagt ist.
Eskalation im Gleisbett
Was als routinemäßige Kontrolle begann, schlug innerhalb kürzester Zeit in rohe Gewalt um. Der Tatverdächtige reagierte auf die Aufforderung, den Bereich zu verlassen, mit massiven Drohungen, um den Eisenbahner einzuschüchtern und zur Flucht zu bewegen. In der folgenden Hektik verlor der Zugchef das Gleichgewicht und stürzte unglücklich auf die Gleise. Anstatt von seinem Opfer abzulassen, nutzte der 20-Jährige die Wehrlosigkeit des Mannes aus: Er sprang ebenfalls in den Gleisbereich und traktierte den am Boden liegenden Mitarbeiter mit einer Serie von Faustschlägen und Tritten.
Neben der körperlichen Gewalt wird dem Verdächtigen zudem ein versuchter Raubüberfall zur Last gelegt. Der Angreifer versuchte offenbar, die Situation auszunutzen, um den verletzten Bahnmitarbeiter zu berauben.
Lokführer verhindert Schlimmeres
Dass dieser Vorfall nicht tödlich endete, ist allein der Geistesgegenwart und Zivilcourage eines Lokführers zu verdanken. Dieser wurde Zeuge des brutalen Übergriffs und griff sofort aktiv in das Geschehen ein. Durch seine mutige Intervention konnte er die Gewalt stoppen und den Angreifer in die Flucht schlagen. Den herbeigerufenen Carabinieri gelang es im Rahmen ihrer Ermittlungen zügig, den Aufenthaltsort des mutmaßlichen Täters ausfindig zu machen und ihn zur Anzeige zu bringen.
Dieser erneute Fall von Gewalt weckt in Italien bittere Erinnerungen an den 4. Januar, als der Zugchef Alessandro Ambrosio bei einer dramatischen Attacke in Bologna sein Leben verlor. Der jüngste Vorfall in Cremona befeuert die landesweite Debatte über den Schutz von Bahnbediensteten und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen erneut.




















