Palazzolo sull’Oglio – In einer gezielten Aktion gegen illegale Arbeitsausbeutung haben die Carabinieri von Chiari gemeinsam mit der Arbeitsinspektion und der örtlichen Polizei ein Industriegebäude in Palazzolo sull’Oglio durchsucht. Dabei stießen die Ermittler auf schockierende Zustände: In einer Halle, die offiziell der Herstellung von Dichtungen und der Kunststoffverarbeitung diente, wurden insgesamt 23 moldauische Staatsbürger ohne gültige Aufenthaltspapiere angetroffen. Besonders besorgniserregend war die Entdeckung von acht Minderjährigen im Alter zwischen acht und 16 Jahren, die sich direkt in den Produktionsräumen befanden.
Ermittlungen gegen die Betreiberin und Festnahmen
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf eine 23-jährige rumänische Staatsbürgerin mit Wohnsitz in Crema, die als Inhaberin des Einzelunternehmens geführt wird. Ihr wird nun illegale Arbeitsvermittlung und schwere Arbeitsausbeutung vorgeworfen. Die Behörden stellten bei der Kontrolle massive Verstöße gegen die Sicherheitsbestimmungen am Arbeitsplatz sowie mangelnde hygienische Bedingungen fest. In der Folge wurde der gesamte Gebäudekomplex präventiv beschlagnahmt und der Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt.
Zusätzlich zur Stilllegung des Unternehmens verhängten die Kontrolleure Bußgelder in einer Gesamthöhe von über 100.000 Euro. Im Zuge der Personalienfeststellung wurde zudem ein 1995 geborener Moldauer verhaftet. Gegen ihn lag bereits ein Ausweisungsbescheid vor, weshalb seine erneute illegale Einreise nach Italien eine strafrechtliche Verfolgung nach sich zog.
Betreuung der Betroffenen und weitere Schritte
Um das Wohl der betroffenen Familien zu gewährleisten, wurden die aufgefundenen Minderjährigen sowie deren Eltern umgehend den Sozialdiensten der Gemeinde Palazzolo sull’Oglio übergeben. Sie erhielten die notwendige Unterstützung und wurden in geschützten Einrichtungen untergebracht. Für die übrigen erwachsenen Personen ohne Aufenthaltsstatus wurden die entsprechenden Verfahren bei der Quästur eingeleitet, um entweder ihren Status zu klären oder die Abschiebung vorzubereiten.
Diese Operation ist Teil einer verstärkten Überwachung von Produktionsstätten in der gesamten Provinz. Ziel ist es, die Würde der Arbeitnehmer zu schützen und gegen das Phänomen der illegalen Beschäftigung, das oft mit prekären Lebensumständen verbunden ist, entschieden vorzugehen. Die Ermittlungen zum vollen Ausmaß der Ausbeutung dauern an.




















