Lecco – Die italienischen Sicherheitsbehörden sind in höchster Alarmbereitschaft, nachdem in der Nacht zwischen dem 10. und 11. Februar 2026 ein weiterer mutmaßlicher Sabotageakt auf das italienische Schienennetz verübt wurde. Ziel des Anschlags war diesmal die strategisch wichtige Bahnlinie Lecco-Tirano in der Nähe von Abbadia Lariana. Diese Strecke ist eine Hauptader für den Personenverkehr aus der Lombardei in die Valtellina, wo derzeit zahlreiche Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele ausgetragen werden.
Molotow-Cocktail an der Bahnstrecke
Ersten Ermittlungen zufolge beschädigten Unbekannte eine Weichensteuerung mittels Brandstiftung. Dabei gerieten sieben Kabel auf einer Länge von rund 60 Zentimetern in Brand. Am Tatort entdeckten Techniker der Eisenbahngesellschaft RFI und Beamte der Bahnpolizei (Polfer) die Überreste einer rudimentären Glasflasche mit brennbarem Inhalt – offenbar eine Molotow-Cocktail-Konstruktion, die im Gebüsch versteckt worden war.
Die Anti-Terror-Einheit der Staatsanwaltschaft Mailand hat die Ermittlungen übernommen, da ein politischer Hintergrund im Kontext der Olympischen Spiele vermutet wird. Zwar war dieser Anschlag im Vergleich zu den Vorfällen der vergangenen Woche technisch einfacher ausgeführt, dennoch reiht er sich in eine gefährliche Serie ein.
Keine Auswirkungen auf den Olympia-Verkehr
Trotz der vorsätzlichen Beschädigung blieb das befürchtete Verkehrschaos aus. Im Gegensatz zu den schweren Sabotageakten am 7. Februar in Bologna und Pesaro, die den Bahnverkehr landesweit massiv beeinträchtigten, lief der Betrieb auf der Strecke Lecco-Tirano am Mittwoch ohne Verspätungen oder Ausfälle weiter. Die Züge in Richtung der olympischen Austragungsorte Bormio und Livigno verkehrten planmäßig.
Die Ermittler prüfen nun, ob es eine Verbindung zu anarchistischen oder olympia-feindlichen Gruppierungen gibt. Bisher liegt kein offizielles Bekennerschreiben vor. Die Überwachung sensibler Infrastrukturpunkte wurde nach dem Vorfall nochmals verschärft, um einen reibungslosen Ablauf der restlichen olympischen Wettbewerbe sicherzustellen.




















