Für den Sommer 2025 zeichnet sich ein deutlicher Aufwärtstrend im italienischen Inlandstourismus ab. Nach aktuellen Erhebungen wollen etwa 30,5 Millionen Italiener in den kommenden Monaten mindestens einmal verreisen. Das entspricht einem Anstieg um 1,5 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Es wird mit Ausgaben von mehr als 35 Milliarden Euro gerechnet. Laut dem italienischen Handelsverband Confcommercio ist dies ein Zeichen für das gestiegene Vertrauen und die Reiselust der Bevölkerung.
Nach Jahren der Zurückhaltung und Unsicherheit – vor allem bei Reisen innerhalb Italiens – gewinnt der Binnentourismus wieder an Bedeutung. So wollen etwa 91 Prozent der italienischen Urlauber ihre Ferien im eigenen Land verbringen, während nur neun Prozent ausschließlich Reisen ins Ausland planen.
Die Daten stammen aus einer Untersuchung des Osservatorio Turismo Confcommercio, die in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut SWG durchgeführt wurde. Zwischen dem 10. und 19. Juni wurden tausend Personen im Alter von 18 bis 80 Jahren befragt, die die italienische Bevölkerung repräsentieren.
Im Durchschnitt wollen die Italiener:innen in den Sommermonaten zwei Reisen unternehmen – sowohl längere Aufenthalte als auch Kurztrips. Der Monat August bleibt dabei der beliebteste Zeitraum für Reisen von mindestens einer Woche mit etwa 11,2 Millionen geplanten Abreisen. Auffällig ist jedoch, dass der Juli das stärkste Wachstum bei längeren Reisen verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr planen rund 800.000 Menschen zusätzlich in diesem Monat einen längeren Urlaub. Dies deutet darauf hin, dass es immer mehr Menschen gelingt, auch während der heißesten Zeit des Jahres eine längere Auszeit von Arbeit und Alltag einzulegen.
Manfred Pinzger, Vizepräsident von Confcommercio mit Zuständigkeit für Tourismus und Standortattraktivität, sieht in diesen Entwicklungen Chancen für die Branche. Der wachsende Inlandstourismus und die zunehmende Beliebtheit des Julis böten neue Perspektiven für touristische Betriebe. Allerdings seien dafür weitere Investitionen nötig – sowohl für die Modernisierung des touristischen Angebots als auch zur Lösung struktureller Probleme, etwa bei der Unterbringung saisonaler Arbeitskräfte. Laut Pinzger sind solche Maßnahmen unverzichtbar, um das hohe Potenzial des Sektors langfristig zu sichern, der maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt und zur Zahlungsbilanz Italiens beiträgt.



















