Gewitter kühlen Italien ab, während die Dürre den Süden weiter belastet
Zivilschutz warnt am 21. Juli vor Hagel und Sturmböen von Mailand bis zur Adria – zugleich verschärft sich die Wasserkrise am Po und in den Ferienregionen
Mailand – Nach Tagen extremer Hitze hat sich über Norditalien ein heftiger Wetterumschwung angekündigt. Für den 21. Juli 2026 ziehen von der Lombardei bis zur Adria kräftige Gewitter mit Hagel und Sturmböen auf, während der Zivilschutz (Protezione Civile) mehrere Regionen unter Warnstufen stellt. Zugleich verschärft sich im Po-Becken eine schwere Wasserkrise.
Die höchste Alarmstufe gilt für die Marken, die eine orange Warnung („allerta arancione“, zweithöchste von drei Stufen) erhielten. Gelbe Warnungen („allerta gialla“) sprach der Zivilschutz für Teile der Lombardei mit Mailand sowie für Venetien, die Emilia-Romagna, die Toskana, die Abruzzen und Trentino-Südtirol aus. Bei den stärksten Zellen rechnen Meteorologen mit Hagelschlag, Starkregen und Böen. In Berggebieten steigt die Gefahr von Erdrutschen und lokalen Überschwemmungen.
Im Süden hält die Hitze zunächst an. Für den 21. Juli meldete das Gesundheitsministerium noch 18 Städte mit „bollino rosso“ – der höchsten von drei Hitzestufen, die eine Gefahr auch für Gesunde signalisiert. Betroffen waren unter anderem Rom, Neapel, Palermo, Catania und Cagliari. Acht Städte fielen dagegen auf die grüne Stufe. Auf den Inseln und im Landesinneren Siziliens und Sardiniens wurden bis zu 45 Grad erwartet. Ab dem 22. Juli soll sich die Lage entspannen: Dann sinkt die Zahl der roten Städte auf sieben, und auch der Süden erhält Abkühlung.
Unabhängig vom Regen bleibt die Dürre das größere Problem. Der Po führt so wenig Wasser, dass ein Salzkeil („cuneo salino“) bis zu 25 Kilometer weit in das Delta vordringt und die Trinkwasserversorgung bedroht; der Versorger Acque Venete musste seine Entnahmen drosseln. Der Lago Maggiore verlor innerhalb einer Woche 33 Zentimeter. Im Pavese blieben Landwirten nach eigenen Angaben nur noch rund zehn Tage Wasser für die Bewässerung. Venetien rief bereits zum 1. Juli den Notstand aus, Sardinien verlängerte seine Notmaßnahmen bis Ende Juli, in rund hundert Gemeinden des Piemont gelten Einschränkungen für Gärten und Pools.
Die Krise erreicht auch Urlaubsorte. Auf den Liparischen Inseln schloss eine Bar mit dem Schild „Chiuso per mancanza d’acqua“ („Geschlossen wegen Wassermangels“); Hotels und Restaurants werden teils per Tankschiff versorgt. In Agrigent sind seit Wochen Wasserwagen im Einsatz, in Syrakus schwankt der Druck im Leitungsnetz.
Für Italien-Reisende bedeutet das eine zweigeteilte Lage: Im Norden ist am 21. Juli mit Unwettern, Verkehrsbehinderungen und kurzfristigen Wetterwechseln zu rechnen, im Süden mit fortdauernder Hitze. In einzelnen Ferienregionen, vor allem auf den Inseln, können Wasserknappheit und Rationierungen den Aufenthalt beeinträchtigen.



















