Streik in den Fanshops der AS Rom
Gewerkschaften sprechen von verdeckten Entlassungen, der Klub verweist auf eine Reorganisation
Rom – Für diesen Donnerstag haben drei Dienstleistungsgewerkschaften die Beschäftigten der Fanshops der AS Rom zum Streik aufgerufen. Vorausgegangen war die formelle Erklärung eines Protestzustands. Anlass ist keine Lohnfrage, sondern eine Versetzungswelle: Rund vier Dutzend Angestellte wurden aus ihren bisherigen Abteilungen in den Verkauf der klubeigenen Läden umgesetzt.
Betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kommunikation, Marketing, Ticketing, Sportdirektion, Medienbereich und Sekretariat, teils auch aus dem Trainingszentrum in Trigoria. Die Gewerkschaften sprechen von einer verschleierten Massenentlassung: Fachkräfte würden ohne Einarbeitung oder Qualifizierung in reine Verkaufstätigkeiten geschickt und damit fachlich entwertet. Kritisiert wird zudem, dass die Versetzungen kurzfristig und teils nur per E-Mail mitgeteilt wurden – und dass manche Betroffene deutlich weitere Arbeitswege in Kauf nehmen müssen. Man werde nicht aufhören, bis die Stimme dieser Beschäftigten gehört werde, hieß es aus dem Gewerkschaftslager.
Der Klub begründet den Umbau mit einer internen Neuordnung. Genannt werden die Schließung eigener Medienkanäle, die Verschmelzung mit einer Tochtergesellschaft und die Verlagerung von Personal auf Positionen, die im Hinblick auf das hundertjährige Vereinsjubiläum und die laufenden Stadionpläne als strategisch wichtiger gelten. Eine ausdrückliche Stellungnahme zum Streikaufruf selbst blieb bislang aus.
Zur Einordnung: Bei der AS Rom sind rund 300 Menschen angestellt, die Versetzten machen damit einen zweistelligen Prozentanteil der Belegschaft aus. Seit 2020 gehört der Verein der US-Investorenfamilie Friedkin. Kritiker stellen die Maßnahme in den Zusammenhang mit Sparanstrengungen im Verwaltungsbereich, während der Klub sportlich und beim Stadionprojekt große Summen bewegt.
Die drei beteiligten Gewerkschaften vertreten traditionell Beschäftigte im Handel und im Dienstleistungssektor und sind in ähnlichen Konflikten regelmäßig aktiv. Wie stark der Streik ausfällt und ob die Läden am Donnerstag geschlossen bleiben, wird sich erst am Tag selbst zeigen.




















