Tokio – Zum Auftakt eines historisch bedeutsamen Jahres für die italienisch-japanischen Beziehungen ist Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu einem wegweisenden Gipfeltreffen in die japanische Hauptstadt gereist. Im Zentrum des Dialogs mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi standen nicht nur geopolitische Sicherheitsfragen, sondern auch die Feierlichkeiten zum 160-jährigen Bestehen der diplomatischen Verbindungen zwischen Rom und Tokio.
Eine strategische Partnerschaft für das 21. Jahrhundert
Das Treffen markierte einen Meilenstein, da zum ersten Mal in der Geschichte beider G7-Staaten zwei Frauen an der Spitze der Regierungen die Verhandlungen führten. Meloni und Takaichi unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihr unerschütterliches Engagement für eine internationale Ordnung auf Basis der Rechtsstaatlichkeit bekräftigten. Ein zentraler Punkt war die Verknüpfung der Sicherheit im euro-atlantischen Raum mit jener im indopazifischen Raum. In diesem Zusammenhang kündigte Takaichi den Besuch italienischer Marineeinheiten in Japan noch für dieses Jahr an.
Besonderes Augenmerk legten die Politikerinnen auf das „Global Combat Air Programme“ (GCAP). Gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich entwickeln Italien und Japan ein Kampfflugzeug der nächsten Generation. Das Ziel bleibt ehrgeizig: Die erste Maschine soll bis zum Jahr 2035 einsatzbereit sein. Meloni betonte, dass die aktuellen globalen Krisen – von der digitalen Revolution bis zur Energieautarkie – auch Chancen für eine engere industrielle und technologische Kooperation böten.
Emotionale Gesten und kulturelle Annäherung
Abseits der harten Politik zeigte sich das Treffen von einer ungewöhnlich herzlichen Seite. Da Giorgia Meloni erst einen Tag zuvor ihren 49. Geburtstag gefeiert hatte, wurde sie in der Residenz „Kantei“ mit Glückwünschen und Geschenken empfangen. Takaichi überreichte ihr unter anderem „Tunku Tunku“, das Maskottchen der Expo Green 2027. Meloni revanchierte sich in den sozialen Medien mit einem geteilten Selfie, das beide Politikerinnen im populären japanischen Anime-Stil zeigt – ein Symbol für die kulturelle Nähe trotz der geografischen Distanz.
In ihrer Abschlussrede beschwor Meloni den japanischen Geist des „Ganbaru“. Dieser Begriff steht für das unermüdliche Streben, über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen. „Es ist nicht nur das Beste geben, sondern mehr als das Beste zu tun“, erklärte die italienische Regierungschefin. Mit diesem Spirit wolle man die kommenden 160 Jahre der Freundschaft gestalten und gemeinsam Verantwortung für globalen Frieden und Wohlstand übernehmen.
Due Nazioni lontane, ma sempre più vicine.
Amicizia e sintonia con @takaichi_sanae 🇮🇹🇯🇵 pic.twitter.com/LbRlnoeQcZ— Giorgia Meloni (@GiorgiaMeloni) January 16, 2026




















