Rom – Der als kremlnah geltende russische Moderator Wladimir Solowjow holte in seiner Sendung „Polnyj Kontakt“ zu einer beispiellosen Tirade gegen die italienische Regierungschefin aus. Unter anderem bezeichnete er sie teils auf Italienisch als „faschistische Schlampe“, „zertifizierte Idiotin“ und als „Schande für die Menschheit“. Zudem warf er ihr vor, den US-Präsidenten Donald Trump verraten zu haben, dem sie zuvor angeblich die Treue geschworen habe.
Als Reaktion auf die Ausfälle bestellte der italienische Außenminister Antonio Tajani am Dienstag den russischen Botschafter in Rom, Aleksej Paramonow, ins Außenministerium ein, um formell Protest zu erheben. Paramonow wies die diplomatische Aktion in den sozialen Medien als „Fehlgriff“ zurück. Er betonte, dass es sich bei den Äußerungen des Journalisten um persönliche Einschätzungen handle, die in keiner Weise die offizielle Position der russischen Regierung oder des Volkes widerspiegeln würden.
Meloni selbst reagierte über den Kurznachrichtendienst X: Ein „beflissener Propagandist des Regimes“ könne keine Lektionen in Sachen Kohärenz oder Freiheit erteilen. Italien habe keine Herren, nehme keine Befehle entgegen und handele ausschließlich im nationalen Interesse.
Parteiübergreifende Solidarität
Der Vorfall löste in der italienischen Politik eine Welle der Entrüstung aus. Staatspräsident Sergio Mattarella übermittelte der Ministerpräsidentin eine Nachricht, in der er seine tiefste Empörung über die vulgären Worte ausdrückte. Auch über die Parteigrenzen hinweg zeigten sich Spitzenpolitiker geeint. Sowohl die Vertreter der Regierungsparteien, darunter Senatspräsident Ignazio La Russa und Lega-Chef Matteo Salvini, als auch die Köpfe der Opposition verurteilten die verbalen Angriffe scharf.
Der Vorsitzende der Fünf-Sterne-Bewegung, Giuseppe Conte, sowie PD-Chefin Elly Schlein sprachen von inakzeptablen und sexistischen Beleidigungen. Schlein betonte, wer Vertreter der italienischen Institutionen beleidige, greife das gesamte Land an. Auch Carlo Calenda (Azione) und Matteo Renzi (Italia Viva) stellten sich bedingungslos hinter die Ministerpräsidentin. Hintergrund der anhaltenden Spannungen ist Italiens klarer pro-ukrainischer Kurs, in dessen Rahmen das Parlament in den vergangenen Jahren mehrere Hilfspakete für Kiew verabschiedet hat.




















