Meloni setzt im Iran-Konflikt auf Verhandlungen
Beim NATO-Gipfel in Ankara lehnt die Regierungschefin eine militärische Lösung ab
Ankara – Am Rande des NATO-Gipfels in der türkischen Hauptstadt hat sich Ministerpräsidentin Giorgia Meloni deutlich von einer militärischen Lösung im Iran-Konflikt distanziert. Der Einsatz von Waffen bringe keine konkreten Ergebnisse, ließ sie erklären; Italien arbeite an einem Verhandlungsweg. Damit setzte sie einen bewusst anderen Ton als Washington, das den Iran in der zweiten Nacht in Folge aus der Luft angriff und den Gipfel überschattete.
Gleichzeitig bekräftigte Meloni die Bündnisverpflichtungen Italiens, betonte aber, über Tempo, Prioritäten und Höhe der Ausgaben entscheide Rom selbst. Zusätzliche Mittel für die Verteidigung sollten nach ihren Worten möglichst in Italien investiert werden und der heimischen Industrie zugutekommen. Der Aufforderung, amerikanische Stützpunkte auszuweiten oder sich enger an eine militärische Eskalation zu binden, erteilte sie eine vorläufige Absage.
Der Gipfel in Ankara war eigentlich einberufen worden, um über die künftigen Verteidigungsausgaben der Allianz zu beraten. Überlagert wurde das Programm jedoch von den neuen US-Angriffen auf iranische Ziele, die weltweit für Nervosität an den Finanzmärkten sorgten. Für Meloni bot das Treffen die Gelegenheit, ihre Rolle als Vermittlerin zwischen Washington, Ankara und den europäischen Partnern zu unterstreichen.
Das zuletzt angespannte Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump entspannte sich beim Gipfel spürbar; beide gaben sich betont verständigungsbereit. Schon vor dem Treffen hatte sich Meloni als Brückenbauerin positioniert, die zwischen den Lagern ausgleichen will.
Zur Ukraine bekräftigte die Ministerpräsidentin die italienische Unterstützung, wobei Rom seine Hilfen vor allem in den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur lenken will. Wie belastbar Melonis Kurs zwischen Bündnistreue und nationalen Eigeninteressen ist, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – wenn die Debatte über höhere Wehretats in den europäischen Hauptstädten konkret wird.




















