Mailand – Am heutigen Donnerstag müssen sich Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in der lombardischen Metropole auf massive Einschränkungen gefasst machen. Die Gewerkschaft Al Cobas hat zu einem landesweiten Protest aufgerufen, der die gesamte Flotte der Azienda Trasporti Milanesi (ATM) betrifft. Von den Untergrundbahnen bis hin zu den oberirdischen Bussen und Trams bleibt ein Großteil des Angebots für 24 Stunden gefährdet.
Die Streikzeiten und Garantiephasen im Überblick
Trotz der Arbeitsniederlegung ist der Verkehr in Mailand nicht vollständig unterbrochen. Um die Grundversorgung für Berufstätige und Schüler zu gewährleisten, wurden gesetzlich vorgeschriebene Garantiezeiten eingerichtet. Die Fahrzeuge der ATM verkehren regulär vom Betriebsbeginn am frühen Morgen bis um 08:45 Uhr. Eine zweite Phase der regulären Bedienung ist für den Nachmittag zwischen 15:00 Uhr und 18:00 Uhr vorgesehen.
Außerhalb dieser festen Zeitfenster ist mit erheblichen Störungen zu rechnen. Viele Linien könnten den Betrieb komplett einstellen oder nur in sehr unregelmäßigen Abständen verkehren. Fahrgäste werden dringend gebeten, ihre Fahrten vorab zu planen und die digitalen Informationskanäle der Verkehrsbetriebe zu nutzen, um über kurzfristige Änderungen informiert zu bleiben.
Forderungen nach fairen Löhnen und mehr Sicherheit
Hinter dem Ausstand steht ein Bündel an Forderungen der Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaft Al Cobas kritisiert vor allem die zunehmende Liberalisierung und Privatisierung im öffentlichen Sektor. Gefordert wird eine Rückführung von Dienstleistungen, die derzeit an externe Firmen vergeben sind, direkt in die Verwaltung der ATM. Zudem steht das Projekt „Milano Next“ in der Kritik: Die Gewerkschaft strebt eine Umwandlung der ATM in eine rein kommunale Anstalt an, was langfristig sogar einen kostenlosen Nahverkehr für das gesamte Stadtgebiet ermöglichen soll.
Neben strukturellen Veränderungen fordern die Beschäftigten eine deutliche Gehaltssteigerung von mindestens 150 Euro netto, um ausbleibende Tarifanpassungen der Vergangenheit auszugleichen. Auch die Arbeitsbedingungen stehen im Fokus. Der Mangel an Personal führt laut Gewerkschaftsangaben zu einer Überlastung der vorhandenen Fahrer, weshalb auch die Sicherheit des Personals und der Fahrgäste ein zentraler Punkt der aktuellen Proteste ist.




















