Rom – Laut mehreren Medienberichten vom 31. März hat Italien den USA die Nutzung des Militärstützpunktes Sigonella auf Sizilien für amerikanische Bomber verweigert, die in Richtung Naher Osten unterwegs waren. Der Generalstabschef der Verteidigung, Luciano Portolano, wurde demnach darüber informiert, dass US-Flugzeuge einen Zwischenstopp in Sigonella planten, ohne die italienischen Behörden im Vorfeld zu konsultieren oder eine Genehmigung einzuholen. Die Flugpläne seien erst kommuniziert worden, als die Maschinen bereits in der Luft waren. Verteidigungsminister Guido Crosetto ordnete daraufhin an, die Landung zu untersagen.
Keine diplomatische Krise mit Washington
Der Regierungssitz Palazzo Chigi stellte in einer Mitteilung klar, dass Italien streng nach den geltenden internationalen Abkommen handle. Da es sich um Bomber handelte und nicht um reguläre logistische Flüge, wäre für einen derartigen Einsatz die explizite Zustimmung des Parlaments erforderlich gewesen. Crosetto wies Gerüchte über diplomatische Verstimmungen mit den Vereinigten Staaten entschieden zurück. Die Beziehungen seien weiterhin solide. Der Minister geht den internen Berichten zufolge eher von einem menschlichen Fehler auf amerikanischer Seite aus als von einer bewussten Provokation. Im Gegensatz zu Spanien, das US-Militärflugzeugen den Luftraum komplett sperrte, bleiben die italienischen Basen grundsätzlich aktiv. So wird etwa auf dem norditalienischen Stützpunkt Aviano weiterhin ein intensiver Flugverkehr von US-Militärmaschinen, darunter Transportflugzeuge, verzeichnet.
Opposition fordert parlamentarische Erklärungen
Die jüngsten Ereignisse rund um die sizilianische Basis rufen nun die Opposition auf den Plan. Vertreter des Partito Democratico (PD) sowie der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) verlangen eine rasche Aufklärung im Parlament. Sie fordern von der Regierung und insbesondere von Verteidigungsminister Crosetto genaue Angaben darüber, was sich in der betreffenden Freitagnacht abgespielt hat und um welche Art von Flugzeugen es sich exakt handelte. Die Parlamentarier äußern erhebliche Bedenken über einen möglichen Versuch, italienische Stützpunkte für offensive militärische Operationen ohne entsprechende Vorabgenehmigung der italienischen Institutionen zu nutzen.




















