Neue Blitzer-Regeln in Kraft: Hunderte Autovelox gehen vom Netz
Ein Dekret des Verkehrsministeriums schaltet nicht zugelassene Geräte ab – rund 3.150 bleiben aktiv
Rom – Seit Mitternacht gelten in Italien neue Regeln für Geschwindigkeitskontrollen. Ein Dekret des Verkehrsministeriums hat rund 850 nicht homologierte Autovelox abgeschaltet, während etwa 3.150 ordnungsgemäß zugelassene Geräte weiter messen. Betroffen sind auch Urlauber, die in diesen Wochen mit dem Auto durch Italien reisen.
Kernpunkt der Neuregelung ist die Homologierung: Nur Blitzer mit gültiger Zulassung dürfen weiterhin Bußgelder auslösen. Die abgeschalteten Geräte bleiben so lange außer Betrieb, bis ihre Hersteller die fehlende Zulassung nachreichen. Je nach Zählweise gehen sogar mehr als 1.200 Anlagen vorübergehend vom Netz.
Verkehrsminister Matteo Salvini betonte, die Kontrollen dürften kein Instrument sein, um die Kassen der Kommunen zu füllen, sondern müssten der Verkehrssicherheit dienen. Tatsächlich sind Autovelox für viele Gemeinden eine wichtige Einnahmequelle: Nach Erhebungen der Verbraucherorganisation Codacons spülten die Blitzer allein in den zwanzig größten Städten Italiens zwischen 2021 und 2025 rund 306 Millionen Euro in die öffentlichen Kassen.
Für Autofahrer bringt die Reform zunächst mehr Rechtssicherheit: Ein Bußgeld, das von einem nicht homologierten Gerät stammt, lässt sich vor Gericht leichter anfechten. Wer in Italien mit dem Auto unterwegs ist, sollte die geltenden Verkehrsregeln dennoch ernst nehmen, denn die große Mehrheit der Messstellen bleibt aktiv – und an den Tempolimits ändert das Dekret nichts.
Offen ist, wie schnell die Hersteller die nötigen Zulassungen nachreichen. Bis dahin entsteht ein Flickenteppich: An der einen Kreuzung wird weiter geblitzt, an der nächsten nicht. Verbraucherschützer fordern schon länger klare, landesweit einheitliche Standards, damit Bußgelder nicht an Formfehlern scheitern.




















