Robert De Niro feiert in Trastevere Bertoluccis Meisterwerk „Novecento“
Zum 50. Jahrestag des Monumentalfilms füllt der Hollywoodstar die Piazza San Cosimato – und rät dem jungen Publikum, seinem Instinkt zu vertrauen
Rom – Ein Hollywoodstar und ein italienischer Filmklassiker haben in Trastevere für einen der größten Momente des römischen Kinosommers gesorgt. Robert De Niro kam auf die dicht gedrängte Piazza San Cosimato, um zum Abschluss des Open-Air-Festivals „Il Cinema in Piazza“ Bernardo Bertoluccis Monumentalfilm „Novecento“ vorzustellen. Der 82-Jährige wurde von der überwiegend jungen Menge mit einem Jubel empfangen, der eher an ein Fußballstadion als an eine Filmvorführung erinnerte.
Anlass des Abends war der 50. Jahrestag des 1976 erschienenen Werks, das nun in restaurierter Fassung gezeigt wurde – wegen seiner Länge von über fünf Stunden auf zwei Abende verteilt. In „Novecento“ erzählt Bertolucci ein halbes Jahrhundert italienischer Geschichte anhand zweier am selben Tag geborener Männer: des Gutsbesitzersohns Alfredo, gespielt von De Niro, und des Landarbeiters Olmo, verkörpert von Gérard Depardieu. Klassenkampf, der Aufstieg des Faschismus und die Befreiung von 1945 bilden den Hintergrund.
Im Bühnengespräch vor der Vorführung blickte De Niro auf die Dreharbeiten zurück. An vieles könne er sich nicht mehr genau erinnern, räumte er ein, doch das Drehbuch habe ihn damals sofort beeindruckt. Bertoluccis Arbeitsweise, nicht in der Reihenfolge der Handlung zu drehen, habe ihn zunächst irritiert – anfangs habe er den Regisseur beinahe für verrückt gehalten, so sympathisch dieser auch gewesen sei. Er sei stolz auf den Film, und Bertolucci habe stets auf der Seite der Menschen gestanden.
Den vielen jungen Zuschauern gab der Schauspieler einen Rat mit auf den Weg: Gerade in diesen Zeiten sollten sie auf ihren Instinkt hören und für das einstehen, was sie für richtig hielten. Zwischendurch schwelgte er in Erinnerungen an die guten Restaurants von Reggio Emilia, wo er einst am Set gestanden hatte. Mit einem herzlichen „God Bless Italy“ verabschiedete er sich schließlich von der Piazza – ein Abend voller Nostalgie, der die enge Verbindung des Weltstars zu Italien einmal mehr sichtbar machte.


















