Trentino – Die geschätzte Bärenpopulation im Trentino und den angrenzenden Gebieten beläuft sich für das Jahr 2025 auf 118 Tiere, wobei Jungtiere des laufenden Jahres nicht eingerechnet sind. Der statistische Konfidenzintervall liegt dabei zwischen 99 und 141 Individuen. Im Vergleich dazu lag der Wert für 2023 nach aktualisierten Schätzungen bei 112 Exemplaren. Die Daten wurden im Rahmen des „Berichts Große Beutegreifer 2025“ von Forst- und Jagdlandesrat Roberto Failoni vorgestellt.
Für die Ermittlung der Zahlen wurde ein erweitertes Untersuchungsgebiet herangezogen, das neben dem westlichen Trentino auch Teile der Provinzen Brescia, Sondrio, Bozen und Verona umfasst. Ein neues genetisches Modell ermöglicht es zudem, die Präsenz der Bären auch in Randgebieten präziser zu erfassen. Die Ausbreitung der Art zeigt sich auch in der Fläche: Während Männchen ein Gebiet von rund 19.375 Quadratkilometern besiedeln, hat sich das von Weibchen genutzte Territorium seit 2019 stetig vergrößert und umfasst nun 2.805 Quadratkilometer – ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Beim Wolf wurde eine strukturierte Präsenz von 22 gesicherten Rudeln im gesamten Provinzgebiet bestätigt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber den 27 Rudeln im Jahr 2024. Besonders betroffen ist das Grenzgebiet zu Südtirol, in das sich einige Rudel verlagert haben könnten. Zudem wurden im Trentino vier Familiengruppen des Goldschakals nachgewiesen, während der Luchs das dritte Jahr in Folge nicht mehr gesichtet wurde.
Hinsichtlich der durch Bären verursachten Schäden ist ein positiver Trend zu verzeichnen: Diese sanken im Jahr 2025 um 32 Prozent auf insgesamt 127 Fälle mit einem Gesamtwert von etwa 91.000 Euro. Dies wird auf die rund 200 jährlichen Präventionsmaßnahmen wie Schutzzäune und den Einsatz von Herdenschutzhunden sowie die Entnahme problematischer Tiere zurückgeführt. Im Gegensatz dazu stiegen die Wolfsschäden um 31 Prozent auf 155 Fälle an, was Kosten von etwa 135.000 Euro verursachte. Ein Schwerpunkt liegt hier in der Valsugana, wo verstärkte Schutzmaßnahmen für Tierhalter notwendig sind.
Der Bericht hebt zudem die Bedeutung von Kommunikation und Information hervor. Neben TV-Spots und Zeitungsanzeigen wurde die Beschilderung im Gelände in Zusammenarbeit mit dem Bergsteigerverein SAT verstärkt. Auch die Ausbildung von über 500 Bergexperten soll zu einem bewussteren Verhalten in der Natur beitragen. Erste Daten für das erste Quartal 2026 zeigen bislang wenige Bärenmeldungen. Zudem wurden zehn tote Wölfe registriert, wovon sieben auf Verkehrsunfälle zurückzuführen sind.




















