Trient – Die Landesregierung von Trient hat auf Vorschlag von Transportlandesrat Mattia Gottardi die Absichtserklärung zwischen dem Trentino, Südtirol und dem Freistaat Bayern genehmigt. Ziel der Vereinbarung ist die Einleitung einer gemeinsamen Studie zur technischen und rechtlichen Machbarkeit eines variablen Mautsystems entlang der Brennerautobahn (A22).
Bozen – Die Provinz Bozen wird im Rahmen dieser Kooperation die Federführung übernehmen und das Ausschreibungsverfahren für die Studie leiten. Laut Gottardi ist eine intelligente Verkehrsplanung und verstärkte Digitalisierung unumgänglich, da einseitige Verbote an der Grenze derzeit zu erheblichen Belastungen im Transportsektor führen. Die geplante Studie soll eine wissenschaftlich fundierte Basis für die Einführung dynamischer Mautgebühren und eines digitalen Slot-Buchungssystems schaffen.
Das Vorhaben zielt darauf ab, den Verkehrsfluss auf der wichtigen Nord-Süd-Achse mit dem Umweltschutz und der Lebensqualität der Anwohner in Einklang zu bringen. Da die Kapazitäten der historischen Eisenbahnstrecke nahezu erschöpft sind und der Brennerbasistunnel (BBT) erst in Zukunft zur Verfügung steht, wird die variable Maut als zentrales Instrument zur Stauvermeidung betrachtet. Die Gebühren könnten dabei nach Kriterien wie der Umweltklasse der Fahrzeuge oder den Durchfahrtszeiten gestaffelt werden.
Operative und finanzielle Details
Für die Durchführung der Studie wurden spezifische Rahmenbedingungen festgelegt:
- Ausschreibung und Management: Die Provinz Bozen leitet das Verfahren. Jeder der drei Partner schlägt zwei Kandidaten vor, sodass insgesamt sechs Bewerber zur Angebotsabgabe eingeladen werden.
- Auswahlkriterien: Die Bewertung der Angebote erfolgt zu 70 Prozent auf Basis der Projektqualität und zu 30 Prozent über den Preis, um einen wissenschaftlich fundierten Ansatz sicherzustellen.
- Sprachliche Gestaltung: Die Studie wird in Deutsch, Italienisch und Englisch verfasst, um den anschließenden institutionellen Dialog mit Europa und den beteiligten Staaten zu unterstützen.
Landesrat Gottardi betonte, dass das Ziel nicht die Bestrafung des Sektors sei, sondern die Überwindung grenzüberschreitender Konflikte. Es gelte, den Transitverkehr entlang des Brenners sicher und nachhaltig zu gestalten, bis die Eisenbahn größere Gütermengen aufnehmen kann.




















