Schnals – Die jahrhundertealte Tradition der Transhumanz, die Wanderweidewirtschaft im alpinen Raum, ist im Schnalstal tief verwurzelt. Seit 2019 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt, findet diese lebendige Geschichte seit einem Jahr im „campus transhumanza“ in Unser Frau in Schnals eine moderne Heimat. Zum ersten Jubiläum des Kulturzentrums besuchte Landesrat Peter Brunner, zuständig für Umwelt, Natur, Klima und Energie sowie die UNESCO-Anerkennungen in Südtirol, die Einrichtung, um sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen auszutauschen. Er betonte dabei die immense Bedeutung, den kulturellen Wert dieses Erbes sichtbar zu machen und für kommende Generationen zu bewahren.
Der campus transhumanza: Ein lebendiger Ort des Austauschs
Der „campus transhumanza“ versteht sich als dynamischer Gebäudekomplex, der unmittelbar an das archäologische Freilichtmuseum archeoParc angrenzt. Unter der Führung des archeoParc Schnals Museumsvereins beherbergen drei historische Bauerngebäude aus dem 16. Jahrhundert Ausstellungsflächen und Workshop-Räume, die sich ganz dem Thema Transhumanz widmen. Museumsleiterin Johanna Niederkofler blickt zufrieden auf das erste Jahr zurück: „Es gab erste Ausstellungen, Veranstaltungen und Vereinsinitiativen am Gelände, das weiter mit Leben gefüllt werden soll.“ Schon bald soll ein Depotgebäude für bäuerliche Vereine und Zuchtvereine entstehen, um die Zusammenarbeit zwischen Museum und Wissensträgern zu festigen. Auch die Aktivierung eines Stalles und die Kooperation mit Schulklassen sind fest eingeplant.
Der archeoParc Schnals Museumsverein zählt derzeit 60 Mitglieder und beschäftigt fünf Vollzeitäquivalente. Mit rund 20.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich für archeoParc und campus transhumanza wird bereits über einen ganzjährigen Betrieb nachgedacht. Bürgermeister Peter Grüner, zugleich Präsident des Museumsvereins, unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz: „Entscheidungen für das Verständnis des immateriellen Kulturerbes sind Entscheidungen für gemeinschaftliche Entwicklungen, die uns als Gesellschaft resilient machen.“ Er sieht im Miteinander von Landwirtschaft, Kultur und Tourismus den Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit Schnals’.
Landesrat Brunner bekräftigte, dass die UNESCO-Anerkennung der Transhumanz einen klaren Auftrag für Südtirol darstellt. Ziel sei es, dieses lebendige Kulturerbe landesweit sichtbar zu machen und Brücken zwischen Geschichte und Zukunft, zwischen Umwelt, Tier und Mensch zu schlagen. Eine wichtige Initiative in diesem Kontext ist der „Tag des immateriellen Kulturerbes“ im Oktober, der mit vielfältigen Workshops und Veranstaltungen die Bevölkerung einladen wird, diese einzigartige Tradition hautnah zu erleben.




















