Bozen – Eine hochrangige Delegation des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags hat Südtirol besucht, um sich aus erster Hand über die fortschrittlichen Modelle zur Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt zu informieren. Die Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof empfing die Gruppe unter der Leitung des Ausschussvorsitzenden Bernd Rützel in Bozen. Südtirol gilt europaweit als Vorzeigeregion für einen inklusiven Arbeitsmarkt, und der Austausch versprach wertvolle Einblicke für beide Seiten.
Die Entscheidung der deutschen Abgeordneten, Bozen zu besuchen, unterstreicht die Anerkennung der südtirolerischen Bemühungen. Landesrätin Amhof betonte die Bedeutung des gegenseitigen Lernens: „Die Delegation hat sich bewusst für einen Besuch in Bozen entschieden, weil Südtirol als Vorzeigemodell bei der Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts gilt. Umgekehrt haben auch wir aus dem Erfahrungsaustausch wertvolle Impulse mitgenommen.“
Wegweisende Initiativen für faire Entlohnung und Integration
Ein zentrales Thema des Treffens war die Verbesserung der finanziellen Situation von Menschen mit Behinderung. Landesrätin Amhof stellte einen Entwurf vor, der eine spürbare Erhöhung der Entlohnung für individuelle Vereinbarungen – praktikumsähnliche Verträge zur Arbeitseingliederung – sowie für Projekte zur Arbeitsbeschäftigung vorsieht. Dieser Vorschlag, in enger Abstimmung mit dem Amt für Menschen mit Behinderungen erarbeitet, wird demnächst der Landesregierung zur Prüfung vorgelegt. Damit unterstreicht Südtirol sein Engagement für eine gerechtere Teilhabe am Arbeitsleben.
Die Delegation erhielt zudem einen direkten Einblick in die praktische Umsetzung inklusiver Arbeitsmodelle. Das Treffen fand in der Landhausbar in Bozen statt, einem beeindruckenden Projekt der Sozialgenossenschaft Renovas. Hier finden Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt professionelle Begleitung und eine bezahlte Beschäftigung. Präsident Joachim Kerer und Geschäftsleiterin Elisabeth Falser präsentierten die vielfältigen Tätigkeiten der Genossenschaft und beeindruckten die deutschen Gäste mit ihrem Engagement.
Im Rahmen ihres Aufenthalts tauschten sich die Abgeordneten auch mit Magdalena Oberrauch, der Direktorin des Amtes für Arbeitsmarktintegration, und der Fachkraft für Arbeitsintegration Silvia Gruber aus. Sie informierten über die gezielten Maßnahmen zur Vermittlung und Arbeitseingliederung, das innovative Förderprogramm ProAbility sowie das bewährte Aufnahmeprogramm zur stufenweisen Anstellung von Personen mit Behinderung. Diese umfassenden Strategien tragen maßgeblich zum Erfolg Südtirols bei der Schaffung eines inklusiven Arbeitsmarktes bei.
Die deutsche Delegation reist nun weiter nach Rom, um dort weitere Gespräche über den demografischen Wandel, die Altersvorsorge und die Zukunft des Sozialstaates zu führen. Der Besuch in Südtirol lieferte jedoch bereits wichtige Erkenntnisse und bestätigte die Rolle der Region als europäisches Vorbild für die Inklusion von Menschen mit Behinderung.




















