Schlanders – Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Südtirol und dem Schweizer Kanton Graubünden erreicht eine neue Dimension. Beim jüngsten Treffen der Regierungsdelegationen in der BASIS Vinschgau in Schlanders bekräftigten Landeshauptmann Arno Kompatscher und der Bündner Regierungspräsident Martin Bühler den gemeinsamen Willen, Synergien zu schaffen und tragfähige Lösungen für die Grenzregion zu entwickeln. Dieser traditionelle Dialog, der seit 1999 gepflegt wird, bringt stets frische Impulse und konkrete Projekte hervor.
Landeshauptmann Kompatscher betonte, dass die nun erreichte Reform des Autonomiestatuts neue Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen eröffne. Regierungspräsident Bühler ergänzte, dass Graubünden als Grenzkanton auf enge Partnerschaften setze, um gemeinsam echte Synergien zu entwickeln.
Zukunftsweisende Projekte im Fokus
Ein zentrales Thema war die mögliche Bahnverbindung zwischen dem Unterengadin und dem Vinschgau. Beide Seiten erwarten mit Spannung die Ergebnisse der technischen Prüfungen im Herbst und planen eine enge Abstimmung bei Zeitplänen und Finanzierungsmodellen.
Im Bereich des Zivilschutzes strebt man eine verbesserte Koordinierung bei Einsätzen in Grenzgebieten an. Landeshauptmann Kompatscher deutete eine mögliche Novelle des Südtiroler Landesgesetzes an, um Zuständigkeiten und Kommunikation zu optimieren. Auch die öffentliche Sicherheit wurde intensiv beleuchtet, wobei Südtirol über die Aufwertung der Lokalpolizei und die Landessicherheitsstudie informierte. Eine Bündner Delegation soll künftig bei der Vorstellung dieser Studie dabei sein.
Das Management von Großraubwild ist ein weiteres wichtiges Anliegen. Südtirol möchte von den reichen Erfahrungen Graubündens bei Regulierung und jagdrechtlichen Instrumenten lernen, um die neuen Spielräume der Autonomiereform effektiv zu nutzen. Auch in der Familien- und Sozialpolitik fand ein reger Austausch statt, der Themen wie Kinderbetreuung, Familienförderung, Pflegekosten und frühe Sprachförderung umfasste.
Abschließend informierten die Delegationen über laufende Projekte, darunter die Initiative „Terra Raetica: BASIS für Fortschritt mit EFRE und CLLD“, vorgestellt von Martha Gärber. Der Besuch des Hubs der BASIS Vinschgau Venosta, geführt von Direktor Hannes Götsch, unterstrich die Bedeutung lokaler Netzwerke für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums. Das Treffen bekräftigte einmal mehr die tiefe und fruchtbare Partnerschaft zwischen Südtirol und Graubünden, die weiterhin auf gemeinsame Lösungen und eine gestärkte Zukunft setzt.




















