Bozen – Die Soziale Mitte in der Südtiroler Volkspartei (SVP) hat sich am 5. August 2026 klar für den Erhalt und die Stärkung der Zweisprachigkeitsprüfung ausgesprochen. Dies geschah als Reaktion auf die aktuellen Ermittlungen zu mutmaßlich gefälschten Sprachzertifikaten, die rund 1.700 öffentliche Bedienstete betreffen.
Gabi Morandell, die Vorsitzende der Sozialen Mitte, betonte, dass die Prüfung kein bürokratisches Hindernis sei, sondern ein „wichtiges Instrument zum Schutz unserer Sprachminderheit“. Laut Morandell müsse jeder, der im öffentlichen Dienst arbeite, die Bürger in beiden Landessprachen verstehen und ansprechen können. Die 1.700 Ermittlungsfälle seien kein Argument gegen die Prüfung, sondern zeigten die Notwendigkeit, den eigenen Prüfungsweg zu stärken, so Morandell.
Wie soll die Zweisprachigkeitsprüfung verbessert werden?
Die Soziale Mitte wies darauf hin, dass die Zweisprachigkeitsprüfung in den letzten Jahren bereits grundlegend modernisiert wurde. Der Fokus liege nun auf dem Verständnis und der Wiedergabe von Textinhalten in der jeweils anderen Sprache, statt auf klassischer Übersetzung. Auch die Organisation sei vereinfacht worden, mit digitaler Anmeldung und der Möglichkeit, schriftliche und mündliche Prüfung am selben Tag abzulegen. Morandell sprach sich dafür aus, dieses System „weiter zu verbessern und es zu einem modernen, schnellen und vor allem verlässlichen Nachweis tatsächlicher Zweisprachigkeit zu machen“.
Auch bei externen Sprachzertifikaten forderte die Soziale Mitte klare Regeln. Es sei entscheidend, dass diese Zertifikate „tatsächlich die erforderlichen Sprachkenntnisse belegen“ und nicht nur das Papier zähle, sondern die „Fähigkeit, sich sicher in beiden Landessprachen zu verständigen“. Morandell hob hervor, dass es zutiefst unfair gegenüber jenen sei, die jahrelang eine Sprache gelernt und eine Prüfung ehrlich bestanden hätten, wenn sich andere über gefälschte oder gekaufte Nachweise Vorteile verschafften.
Die Soziale Mitte in der SVP schlussfolgerte, dass nicht weniger, sondern „mehr echte Zweisprachigkeit“ benötigt werde. Die Prüfung oder das Zertifikat müsse sicherstellen, dass dort, wo Zweisprachigkeit verlangt wird, diese auch tatsächlich vorhanden sei. Dies schütze die Sprachminderheit und stärke das Vertrauen in den öffentlichen Dienst, so die Gruppe.




















