Bozen – Die Kooperation zwischen den Handelskammern Bozen und Trient hat im Rahmen der Ständigen Konferenz einen neuen Impuls erhalten. Bei der ersten Sitzung des Jahres, die kürzlich im Palazzo Roccabruna in Trient stattfand, standen Themen von regionalem Interesse auf der Tagesordnung: Jungunternehmer, Berufsorientierung, Interessensvertretung und der Verkehr auf der Brennerachse.
Junge Unternehmer in Südtirol mit deutlichem Wachstum
Ein zentrales Thema war die Entwicklung der von unter 35-Jährigen geführten Unternehmen in den beiden Autonomen Provinzen. Laut einer von der Handelskammer Trient erstellten Studie wachsen diese Betriebe auf regionaler Ebene, während auf nationaler Ebene ein Rückgang von 22,1 Prozent zu verzeichnen sei. In der Provinz Trient zeige sich die Lage weitgehend stabil mit einem Plus von 0,7 Prozent, vor allem dank positiver Entwicklungen im Agrarsektor und bei Unternehmensdienstleistungen. Die Provinz Bozen verzeichne hingegen ein deutliches Wachstum von 27,6 Prozent, getragen vom Agrar- und Dienstleistungssektor sowie vom Baugewerbe. Außerdem wurde das Talentcenter der Handelskammer Bozen vorgestellt, das Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe wissenschaftlich fundierte Tests zur Entdeckung ihrer Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen anbietet. Im Jahr 2025 hätten rund 3.000 Schülerinnen und Schüler aus 53 Südtiroler Schulen daran teilgenommen.
Interessensvertretungen und Verkehr auf der Brennerachse
Weiters wurden die Ergebnisse des CamLab-Gesprächsformats vorgestellt, das im Mai in Trient stattgefunden hatte. Dabei sei deutlich geworden, dass Interessenverbände nicht ausschließlich auf die Verwaltung von Dienstleistungen ausgerichtet sein sollten, sondern auch als Orte für Dialog, Weiterbildung und berufliche Weiterentwicklung fungieren müssten. Den Abschluss der Sitzung bildete ein Austausch zur Verkehrssituation auf der Brennerachse. Erörtert wurden unter anderem die Hintergründe der Autobahnsperre vom 30. Mai, aktuelle Daten zum Verkehrsaufkommen am Brenner sowie Themen wie die Konzession für die A22, die Verlagerung von der Straße auf die Schiene und der Brenner-Basistunnel. Besonders thematisiert wurde der Nordzulauf des Tunnels, bei dem es laut Mitteilung sowohl auf deutscher als auch auf österreichischer Seite zu möglichen Verzögerungen kommen könnte. Die Präsidenten beider Handelskammern, Andrea De Zordo und Michl Ebner, betonten den Wert des regelmäßigen Austauschs für das Erkennen gemeinsamer Anliegen und deren gemeinsame Vertretung auf politischer Ebene.
Schlagwörter: Handelskammer Bozen, Handelskammer Trient, Jungunternehmer, Brennerachse, Talentcenter, Berufsorientierung, Brenner-Basistunnel




















