Bruneck – Die Sicherheit auf der Gadertaler Staatsstraße steht in den kommenden Wochen an oberster Stelle. Massive Schäden durch den Borkenkäferbefall im Schutzwald der Gadertaler Schlucht, insbesondere im exponierten Waldbereich Plaies, zwingen die Behörden zu einem entschlossenen Eingreifen. Um herabstürzende Steine und Geröllmassen künftig effektiv zu bremsen, rückt eine spezialisierte Holzschlägerungsfirma an, um den geschwächten Baumbestand zu sanieren und die lebenswichtige Schutzfunktion des Waldes für den Verkehr wiederherzustellen.
Die betroffenen Gebiete erstrecken sich über zwei markante Abschnitte, die für Pendler und Reisende von großer Bedeutung sind. Die Arbeiten konzentrieren sich einerseits auf den Bereich von Montal in der Gemeinde St. Lorenzen bis nach Longega in Enneberg. Ein weiterer Schwerpunkt liegt zwischen Longega und Piculin in der Gemeinde St. Martin in Thurn. Da die Hanglagen in diesen Zonen extrem steil und für herkömmliche Forstmaschinen unzugänglich sind, setzt das zuständige Forstinspektorat Bruneck auf modernste Technik und logistisches Geschick. Hubschrauber werden die geschlägerten Baumstämme aus dem schwierigen Gelände direkt zu den bereitstehenden Lagerplätzen fliegen, um den Einsatz so effizient und sicher wie möglich zu gestalten.
Schutzwald im Fokus: Sicherheit durch Technik und Natur
Wolfgang Weger, Direktor des Forstinspektorats Bruneck, betont die Dringlichkeit der Maßnahmen. Das primäre Ziel besteht darin, die unmittelbare Gefahr für die darunterliegende Gadertaler Straße drastisch zu reduzieren. Dabei spielt eine besondere forstwirtschaftliche Technik eine entscheidende Rolle für den langfristigen Schutz. Ein Teil der Stämme verbleibt als gezielt quer gefällte Bäume direkt im Hang. Diese dienen als natürliche Barrieren gegen abrollende Steine und potenzielle Schneerutschungen. Gleichzeitig bereichern sie als wertvolles Totholz den Lebensraum für die lokale Artenvielfalt und unterstützen eine schnellere natürliche Wiederbewaldung der geschädigten Flächen.
Strategische Straßensperren an drei Wochenenden
Für die Durchführung dieser komplexen Arbeiten sind zeitweise Straßensperren in verschiedenen Abschnitten unumgänglich. Die Einsätze konzentrieren sich auf drei gezielte Wochenenden, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Die Schlägerungen finden am 25. und 26. April, am 9. und 10. Mai sowie am 16. und 17. Mai 2026 statt. Diese Termine resultieren aus einer engen Abstimmung zwischen der Forstbehörde, den betroffenen Gemeinden Enneberg und St. Martin in Thurn sowie den privaten Waldeigentümern, die den dringenden Handlungsbedarf bereits bei einem Treffen Mitte April gemeinsam bekräftigten.
Nach Abschluss dieser drei intensiven Arbeitsphasen bewerten die Experten die Situation vor Ort erneut. Sollten die Schlägerungen aufgrund der Geländebeschaffenheit oder der Wetterlage noch nicht vollständig abgeschlossen sein, halten sich die Verantwortlichen die Option offen, ein weiteres Arbeitswochenende einzulegen. Dies könnte entweder noch im späten Frühjahr oder im Herbst erfolgen. Reisende im Gadertal sollten diese Termine bei ihrer Routenplanung berücksichtigen, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden und einen reibungslosen Ablauf dieser wichtigen Sicherheitsmaßnahme zu ermöglichen.




















