Vintl – In der malerischen Kulisse zwischen Vintl und Kiens stehen bedeutende Veränderungen für die Rienz bevor. Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost in der Agentur für Bevölkerungsschutz setzt ab dem 9. März ein ambitioniertes Projekt um, das die natürliche Dynamik des Flusses nachhaltig verbessern soll. Ziel ist es, den Bereich oberhalb der Ilsterner Au durch gezielte Eingriffe in einen ökologisch wertvolleren Zustand zu versetzen und so den natürlichen Lebensraum dauerhaft zu sichern.
Neue Lebensräume durch natürliche Flussdynamik
Sandro Gius, der zuständige Amtsdirektor, betont die Wichtigkeit dieses Vorhabens für die lokale Umwelt. Durch das gezielte Einbringen von Schottermaterial entstehen neue Inseln und abwechslungsreiche Uferzonen, welche die typischen Landschaftselemente wie Feuchtgebiete und Auwälder aktiv fördern. Das Projekt schafft somit nicht nur einen verbesserten ökologischen Zustand, sondern unterstützt auch die Entstehung natürlicher Überschwemmungsgebiete. Diese Dynamik dient als Motor für eine gesunde Flusslandschaft, die sich aus eigener Kraft immer wieder neu formt und wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Tierarten bietet.
Effizienter Materialkreislauf und bauliche Maßnahmen
Die Projektleiterin Sabrina Horak und ihr Team nutzen für diese Aufwertung Schottermaterial, das ohnehin bei notwendigen Bachbetträumungen in der näheren Umgebung anfällt. So findet das Material vom Gruipbach, vom Winnebach und aus Revitalisierungsarbeiten in St. Lorenzen eine sinnvolle Wiederverwendung. Statt den Kies aufwendig zu deponieren, dient er nun als wertvolle „Nahrung“ für die Rienz. Die Arbeiter unter der Leitung von Vorarbeiter Martin Riml bringen den Schotter an hydraulisch unbedenklichen Stellen ein, damit der Fluss ihn mit der Strömung in die tiefer liegenden Abschnitte tragen kann. Zusätzlich sorgen vier neu errichtete Buhnen aus massiven Zyklopensteinen dafür, dass das Wasser gelenkt wird und die gewünschte Vielfalt im Flussbett entsteht.
Investition in die Zukunft der Südtiroler Natur
Die umfassenden Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende April abgeschlossen sein. Die Finanzierung in Höhe von rund 200.000 Euro erfolgt vollständig über Gelder aus den sogenannten Wasserzinsen, wodurch die Mittel direkt in den Schutz und die Pflege der heimischen Gewässer zurückfließen. Die Experten werden die Materialzugabe genau beobachten und bei Bedarf in den kommenden Jahren wiederholen. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie technischer Bevölkerungsschutz und ökologische Aufwertung Hand in Hand gehen, um die Einzigartigkeit der Südtiroler Flusslandschaften für kommende Generationen zu bewahren.




















