St. Ulrich in Gröden – Wenn der Herbst die Lärchenwälder in goldenes Licht taucht und das Vieh von den Almen in die heimatlichen Höfe zurückkehrt, entfaltet das Grödnertal seinen ganz besonderen Zauber. In dieser Zeit des Ankommens und der Ernte besinnt sich die Region auf ihre tiefsten Wurzeln. Im Zentrum steht dabei das „Culinarium Urtijëi“, eine kulinarische Initiative, die jährlich im Frühherbst in St. Ulrich stattfindet und weit mehr als nur ein Food-Festival ist: Es ist eine Hommage an die authentische ladinische Kultur und ihre traditionsreiche Küche.
Zwölf Restaurants, von der urigen Gaststube bis zum international ausgezeichneten Gourmetlokal, haben es sich zur Aufgabe gemacht, das kulinarische Erbe der Region zu bewahren und erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen überlieferte ladinische Rezepte, deren Geheimnis in der Qualität der Zutaten liegt. Diese beziehen die Gastronomen direkt von den Bauernhöfen im Grödnertal und den umliegenden Tälern. Damit wird eine enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Gastronomie geschaffen, die nicht nur die lokale Wirtschaft stärkt, sondern auch sicherstellt, dass die Gäste den wahren, unverfälschten Geschmack Südtirols genießen können. Die Bauern selbst sind hier die wichtigsten Bewahrer des Brauchtums, die ihr Wissen von Generation zu Generation weitergeben.
„Burning Dolomites“: Ein majestätisches Naturschauspiel
Die kulinarischen Wochen sind eingebettet in eine Zeit, in der die Natur selbst ihre beeindruckendste Vorstellung gibt. Das Phänomen der „Burning Dolomites“ lockt jedes Jahr Natur- und Fotografie-Liebhaber ins Tal. Bei Sonnenuntergang taucht die tiefstehende Sonne die Gipfel der Dolomiten in ein leuchtendes, fast unwirkliches Rot, das durch die goldenen Farben der Lärchen noch intensiviert wird. Dieses majestätische Farbspektakel lässt die Besucher ehrfürchtig innehalten und vermittelt ein tiefes Gefühl für die Erhabenheit der heimatlichen Bergwelt. Um dieses Erlebnis zugänglich zu machen, werden professionell geführte Wanderungen angeboten, die zu den besten Aussichtspunkten führen und mit einem Aperitif in einer Berghütte gekrönt werden.
Gelebtes Brauchtum: Der traditionsreiche „Segra Sacun“ Markt
Den krönenden Abschluss der Herbstsaison bildet die „Segra Sacun“, der größte und traditionsreichste Markt des Grödnertals, der am zweiten Sonntag im Oktober stattfindet. Dieses Fest ist ein pulsierender Ausdruck gelebten Brauchtums, bei dem sich Einheimische und Gäste versammeln. An den Ständen werden regionale Köstlichkeiten angeboten und die Gemeinschaft wird gefeiert. Ein besonders charmanter Brauch ist die Übergabe einer verzierten Birne, die ein junger Mann seiner Angebeteten schenkt. Nimmt sie diese an, revanchiert sie sich im Frühling mit einem gefärbten Osterei. Es sind diese kleinen, überlieferten Rituale, die den „Segra Sacun“ Markt zu einem authentischen und unvergesslichen Erlebnis machen und die kulturelle Identität des Tals lebendig halten.
Culinarium Urtijëi 2026: 20. September bis 11. Oktober
Das Culinarium Urtijëi in St. Ulrich in Gröden findet vom 20. September bis 11. Oktober 2026 statt.
Stand: Juli 2026 · Angaben laut Veranstalter.





















