Palermo – Ein Erdbeben vor Sizilien hat am Freitag, 23. Oktober, Schulen und öffentliche Gebäude vorübergehend leeren lassen. Das stärkste Beben der Serie erreichte um 12.19 Uhr Ortszeit eine Momenten-Magnitude von 5,5. Die am Mittag ausgegebene Tsunamiwarnung wurde noch am selben Tag um 13.22 Uhr wieder aufgehoben. Bis zum Freitagabend waren keine Schäden gemeldet worden.
Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie lokalisierte das Hauptbeben im südlichen Tyrrhenischen Meer, nördlich von Sizilien. Der Erdbebenherd lag nach der amtlichen Auswertung neun Kilometer tief. Die Erschütterungen wurden auf den Äolischen Inseln sowie entlang der Nordküste bis in die Räume Palermo, Messina und Trapani gespürt.
In Palermo verließen Menschen ihre Wohnungen und Arbeitsplätze. Rund 300 Schüler und Lehrkräfte des Giusino-Schulgebäudes des Liceo Margherita gingen auf den Platz bei der Kathedrale. Auch andere Schulen und das frühere Provinzgebäude wurden geräumt. Die Universität Palermo setzte ihre Lehrveranstaltungen am Nachmittag aus. Die Räumungen waren Vorsichtsmaßnahmen und kein Nachweis für Gebäudeschäden.
Erdbeben vor Sizilien: Pegel ermöglichen Entwarnung
Das Tsunamiwarnzentrum CAT-INGV übermittelte vier Minuten nach dem Hauptbeben zunächst eine Information an den nationalen Zivilschutz. Um 12.29 Uhr stufte es die Lage auf die orange Warnstufe „Advisory“ hoch. Die Berechnung ließ einen kleineren Tsunami als Möglichkeit erscheinen; sie stellte keine bereits gemessene Flutwelle fest.
Die anschließende Kontrolle der Pegel von Strombolicchio und Ginostra schloss einen laufenden Tsunami im südlichen Tyrrhenischen Meer aus. Daraufhin folgte die Entwarnung. Erstmals seit Einführung eines neuen probabilistischen Berechnungsverfahrens musste der Warndienst damit ein Ereignis im Mittelmeer bearbeiten. Das Verfahren berücksichtigt Unsicherheiten bei der Entstehung und Ausbreitung möglicher Wellen.
Die Erdbebenserie selbst setzte sich am Freitag fort. Fachleute beschrieben das Gebiet nördlich Siziliens als seismisch aktiv. Aus der Häufung lässt sich jedoch weder Zeitpunkt noch Stärke eines weiteren Bebens zuverlässig vorhersagen. Behörden veranlassten vorsorgliche Kontrollen besonders empfindlicher Gebäude und überprüften die vorgesehenen Aufnahmebereiche für die Bevölkerung.




















