Rom – Unter der Basilika Santi Giovanni e Paolo auf dem Celio-Hügel liegt einer der ungewöhnlichsten archäologischen Orte der Stadt: ein mehrfach umgebauter Wohnkomplex aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert, dessen Fresken und Mauerwerk der Kirchenbau darüber konserviert hat. In diesen Räumen zeigt der Bildhauer Helidon Xhixha derzeit sein Projekt «Lumen ex terra» – Licht aus der Erde. Die Ausstellung läuft noch bis zum 27. September.
Xhixha arbeitet mit spiegelpoliertem Edelstahl, ergänzt um poliertes Bronze. Zu sehen sind unter anderem die Arbeiten Torso d’Acciaio, Teuta, Dea d’Acciaio, Inner Peace, Reflection und Harmony of Light, dazu Lichtelemente wie Sonda di Luce und Getto di Luce sowie Variationen seiner bekannten Iceberg-Serie. Die reflektierenden Oberflächen nehmen die antiken Wandmalereien auf und geben sie verzerrt, gebrochen und immer wieder anders zurück. Wer sich bewegt, verändert das Bild. Kuratiert wird die Schau von Romina Guidelli und Andrea Poleschi; Guidelli beschreibt das Prinzip als ein Wiederaufleben der antiken Kunst in der zeitgenössischen.
Wer hinter Lumen ex terra steht
Helidon Xhixha, 1970 geboren, ist ein albanisch-italienischer Bildhauer, ausgebildet zwischen Mailand und London. Bekannt wurde er mit monumentalen Stahlarbeiten, die das Verhältnis von Licht, Material und Raum ausloten. 2015 zeigte er bei der Biennale von Venedig seinen «Iceberg», eine Auseinandersetzung mit dem Klimawandel; sein Werk «The Renaissance of the Twin Towers» von 2007 war in mehreren europäischen Kulturhauptstädten zu sehen. Im vergangenen Jahr errichtete er in der Abteiruine San Galgano bei Siena ein sieben Meter hohes Stahlkreuz.
Die Case Romane del Celio sind täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, auch an Feiertagen; der Kartenverkauf endet eine Stunde vor Schließung. Der reguläre Eintritt liegt bei zehn Euro, ermäßigt bei acht, hinzu kommen zwei Euro für die Online-Buchung. Freien Eintritt haben unter anderem Kinder unter sechs Jahren, Schulklassen mit Führung sowie Studierende der Archäologie, Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Architektur.
Der Reiz des Projekts liegt in der Reibung. Ein Ort, der jahrhundertelang im Dunkeln lag und erst durch Ausgrabungen zugänglich wurde, bekommt Objekte hinzu, die nichts anderes tun, als vorhandenes Licht zu vervielfachen. Das Ergebnis ist weniger eine Ausstellung im Wortsinn als eine Umdeutung des Raums.



















