Plastiktüte überführt elf mutmaßliche Bandenmitglieder
Potenza – Den Carabinieri ist ein Schlag gegen eine kriminelle Bande aus der Provinz Foggia gelungen. In den frühen Morgenstunden vollstreckten die Beamten auf Anordnung eines Ermittlungsrichters in Potenza Maßnahmen gegen elf Personen. Sie stehen im dringenden Verdacht, serienmäßig Autos gestohlen, Geldautomaten mit Sprengstoff attackiert und Raubüberfälle begangen zu haben.
Spur begann nach brutaler Sprengung
Die Ermittlungen begannen im März 2025. Damals sprengte eine Gruppe in Lavello den Geldautomaten einer BPER-Bankfiliale. Mitten im Ortszentrum setzten die Täter einen selbstgebauten Sprengsatz ein, eine sogenannte „marmotta“ (Murmeltier). Sie erbeuteten über 22.000 Euro Bargeld und verursachten massive Gebäudeschäden. Dieser Fall brachte die Ermittler auf die Spur der Bande und ihres Vorgehens. Es gelang ihnen, eine ganze Reihe ähnlicher, bis dahin ungelöster Taten von Mai 2024 bis Juni 2025 zuzuordnen. Die Tatorte lagen in Lavello, Melfi, Atella, Rionero in Vulture und Venosa.
Die Gruppe agierte mit klarer Arbeitsteilung. Während einige die Taten ausführten, standen andere an den Hauptverkehrsstraßen in Richtung Apulien Schmiere. Zu ihren Spezialitäten zählten Diebstähle von PS-starken Autos. Dafür manipulierten sie entweder die Kollisionsradare an den Stoßstangen oder nutzten Hightech-Geräte, um die Bordelektronik der Fahrzeuge umzuprogrammieren.
Den Ermittlern gelang es auch, einen brutalen Raubüberfall vom Juni 2025 aufzuklären. Vier maskierte und mit einer Metallstange bewaffnete Männer stürmten damals das Geschäft „Area Food“ in Melfi. Sie überwältigten eine Angestellte sowie einen Kunden, nahmen ihnen die Handys ab und stahlen den gesamten Tresor sowie Tabakwaren und Rubbellose im Wert von rund 27.000 Euro. Der entscheidende Hinweis fand sich am Tatort: Auf einer zurückgelassenen Plastiktüte der Marke „Happy Casa“ sicherten Spezialisten Fingerabdrücke. Diese führten eindeutig zu einem der nun verdächtigen Männer.
Ein Richter in Potenza ordnete für zwei Hauptverdächtige Untersuchungshaft an. Drei weitere kamen mit elektronischer Fußfessel in den Hausarrest. Die übrigen sechs Verdächtigen müssen sich an eine Aufenthaltspflicht in ihrer Heimatgemeinde halten. Für alle Genannten gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.




















