Ermittler werfen dem Parteichef Betrug und Steuerhinterziehung vor
Millionenschaden durch das System der „Scommessa collettiva“
Rom – Der Journalist und Politiker Mario Adinolfi steht unter Hausarrest. Auf Antrag der römischen Staatsanwaltschaft ordnete ein Gericht die Maßnahme an; die Finanzpolizei Guardia di Finanza wirft dem Vorsitzenden der ultrakonservativen Partei „Popolo della Famiglia“ Betrug und Steuerhinterziehung vor. Für Adinolfi gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Anlageprodukt mit dem Namen „Scommessa collettiva“, zu Deutsch „kollektive Wette“. Über dieses seit Jahren beworbene Modell sollen zahlreiche Privatleute Geld eingezahlt haben, in der Hoffnung auf garantierte Renditen aus Sportwetten. Die Einlagen bewegten sich nach Darstellung der Ermittler je Teilnehmer zwischen einigen Tausend und mehreren Zehntausend Euro.
Versprochen waren regelmäßige Auszahlungen und die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals. Tatsächlich sollen viele Anleger weder ihre Einlagen noch die zugesagten Gewinne zurückerhalten haben. Den Gesamtschaden beziffern die Ermittler auf annähernd fünf Millionen Euro. Hinzu kommt der Vorwurf, Steuern in Höhe von rund 400.000 Euro hinterzogen zu haben.
Adinolfi ist in Italien als streitbarer Kommentator, früherer Parlamentsabgeordneter und Pokerspieler bekannt. Zuletzt hatte er auch als Teilnehmer einer populären Fernsehshow für Aufmerksamkeit gesorgt. Nun konzentriert sich das öffentliche Interesse auf die finanziellen Geschäfte rund um die „Scommessa collettiva“.
Die Untersuchung dauert an. Die Guardia di Finanza prüft weiter, wohin das eingesammelte Geld geflossen ist und wie viele Menschen betroffen sind. Adinolfi selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht ausführlich geäußert.




















