Mailand – Ein anonymer Drohbrief hat am südlichen Rand Mailands für einen Großeinsatz gesorgt: Innerhalb weniger Stunden mussten am Mittwochnachmittag gleich sechs Einkaufszentren evakuiert werden. Betroffen waren unter anderem das Outlet Scalo Milano in Locate di Triulzi, das Centro Fiordaliso in Rozzano und das Zentrum Le Cupole in San Giuliano Milanese sowie drei weitere Center im Umland. Kunden und Personal wurden vorsorglich ins Freie gebracht.
Auslöser war eine wirre E-Mail einer anonymen Person, die darin behauptete, Sprengsätze platziert zu haben, und ankündigte, viele Opfer sehen zu wollen. Der Verfasser verlangte zudem, mit Staatspräsident Sergio Mattarella sprechen zu dürfen. Angesichts der konkreten Drohung entschieden sich die Behörden, kein Risiko einzugehen, und ließen sämtliche genannten Zentren räumen.
Durchsuchung ohne Fund
Im Einsatz waren Carabinieri, Feuerwehr, die örtliche Polizei sowie Sprengstoffexperten. Sie durchsuchten die Gebäude systematisch – ohne Ergebnis: In keinem der sechs Zentren wurde ein Sprengsatz gefunden. Am Abend konnte Entwarnung gegeben werden, die Center sollten am Folgetag regulär wieder öffnen.
Die Ermittler arbeiten nun daran, den Absender der Nachricht zu identifizieren, der offenbar eigens ein E-Mail-Konto angelegt hatte. Festnahmen gab es zunächst nicht. Der Bürgermeister von San Giuliano Milanese hatte die Bevölkerung bereits am frühen Abend über den Einsatz der Sprengstoffexperten informiert. Fälle wie dieser sorgen regelmäßig für Aufsehen, bleiben aber in aller Regel folgenlos – die aufwändigen Kontrollen sind dennoch unumgänglich.




















