Latina – Die Carabinieri haben kürzlich in der Provinz Latina eine aufwendig versteckte Kokain-Raffinerie entdeckt und fünf Personen festgenommen. Bei der Operation, die von der Ermittlungseinheit Nucleo Investigativo von Frascati koordiniert wurde, stellten die Ermittler über 28 Kilogramm Rauschgift, Bargeld und Luxusgüter sicher. Die Drogen wurden mutmaßlich aus Holzpellets extrahiert.
Die Aktion, an der auch Einheiten aus Anzio, Rom und Latina sowie Spezialisten des 1. Carabinieri-Fallschirmjägerregiments „Tuscania“ und Hundeführer beteiligt waren, basierte auf gezielten Ermittlungen. Fünf dringend Tatverdächtige – zwei Italiener, ein Niederländer, ein Kolumbianer und ein Albaner – wurden auf frischer Tat bei der Herstellung und dem Besitz von Betäubungsmitteln ertappt und festgenommen. In der von ihnen genutzten Wohnung in der Via Antonio Pennacchi fanden die Carabinieri 18 Päckchen mit insgesamt etwa 18,2 Kilogramm Kokain, 8.810 Euro Bargeld, eine Geldzählmaschine, zwei Luxusuhren, Schmuck, sechs Smartphones, einen Laptop sowie handschriftliche Aufzeichnungen der illegalen Buchführung. Zudem wurden eine Luftpistole, ein Teleskopschlagstock und ein Taser sichergestellt.
Wie wurde das Kokain aus Pellets gewonnen?
Bei der anschließenden Durchsuchung des Außengeländes der Immobilie entdeckten die Carabinieri eine professionelle Kokain-Raffinerie, die geschickt in dichter Vegetation versteckt war. Dort befand sich ein Labor zur Streckung und Verpackung der Drogen, ausgestattet mit Waagen, Sieben, Mikrowellenöfen, Vakuummaschinen und Pressen zur Herstellung der Drogenpakete. In dem Labor wurden zwei Plastikeimer mit 4,8 Kilogramm beziehungsweise 4 Kilogramm Kokain in der Raffinierungsphase gefunden. Ebenfalls sichergestellt wurden eine große Menge Streckmittel, 27 Säcke zu je 15 Kilogramm Holzpellets, die mutmaßlich mit Betäubungsmitteln getränkt waren und zur Verarbeitung vorgesehen waren, sowie diverse Behälter mit Lösungsmitteln und Siebe, die für die chemische Extraktion der Substanz aus den Pellets verwendet wurden. Auch Rückstände bereits erfolgter Verarbeitungen waren vorhanden.
Während das Bargeld, die Wertgegenstände und das bereits verpackte Kokain sofort beschlagnahmt wurden, wurde der Bereich der Raffinerie isoliert. Spezialisten des kriminaltechnischen Dienstes R.I.S. der Carabinieri aus Rom führen detaillierte Untersuchungen durch, um die genaue Methode der Drogenextraktion zu ermitteln und die Menge der noch in Bearbeitung befindlichen Substanz zu quantifizieren. Die Festgenommenen wurden in das Gefängnis von Latina gebracht und stehen der örtlichen Staatsanwaltschaft zur Verfügung. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung, da sich das Strafverfahren noch in der Phase der Voruntersuchung befindet.




















