Jannik Sinner feiert seinen 25. Geburtstag als Nummer eins der Welt
Nach dem Wimbledonsieg und zwei Turnierabsagen wegen des rechten Knies steht der Südtiroler vor den US Open
Rom – Jannik Sinner ist am Sonntag 25 Jahre alt geworden. Der italienische Tennisverband gratulierte dem Weltranglistenersten öffentlich, der Geburtstag selbst blieb ein privater Termin im engsten Kreis. Kurz danach steht die Abreise in die Vereinigten Staaten an, wo die US Open am 23. August mit Qualifikation und Fan Week eröffnet werden; das Hauptfeld startet am 30. August.
Sportlich hat Sinner ein Jahr hinter sich, das ihn an die Spitze zementiert hat. In der ATP-Rangliste führt er mit rund 13.450 Punkten, sein Verfolger Carlos Alcaraz kommt auf etwa 8.160 Zähler. Rechnerisch ist ihm der erste Platz bis mindestens Ende September sicher, für das Saisonfinale in Turin ist er bereits qualifiziert. Insgesamt hat er mehr als 80 Wochen an der Spitze der Weltrangliste verbracht.
Der Höhepunkt der Saison war der Titel in Wimbledon, den er im Juli gegen Alexander Zverev verteidigte – sein fünfter Grand-Slam-Erfolg. Auf Hartplatz und Sand sammelte er zuvor eine Serie von Masters-Titeln in Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid und Rom und komplettierte damit als erst zweiter Spieler nach Novak Djokovic den Career Golden Masters, also Siege bei allen neun Turnieren dieser Kategorie.
Rückschläge blieben nicht aus. Bei den Australian Open scheiterte Sinner im Halbfinale an Djokovic, in Paris endete sein Turnier überraschend schon in der zweiten Runde gegen den damals auf Platz 56 geführten Juan Manuel Cerúndolo; eine Serie von 30 Siegen in Folge riss damit. Zuletzt zwang ihn das rechte Knie zum Verzicht auf die Masters-Turniere in Montreal und Cincinnati. Er sei nicht bereit gewesen zu spielen, begründete er die Absage. Ein Reha-Programm soll ihn rechtzeitig für New York fit machen, wo er 2024 bereits gewonnen hat.
Aufgewachsen ist Sinner in Sexten im Pustertal, geboren wurde er im benachbarten Innichen. Bis zum Alter von 13 Jahren fuhr er Skirennen und gewann nationale Titel im Riesenslalom, bevor er sich für den Schläger entschied und nach Ligurien zog, um dort professionell zu trainieren. Der Wechsel gilt heute als eine der folgenreichsten Entscheidungen des italienischen Sports.
Rund um den Geburtstag machte Sinner auch selbst Schlagzeilen, ohne auf dem Platz zu stehen: Bei den Schwimmeuropameisterschaften in Paris hatte er der 19-jährigen Sara Curtis eine Glückwunschnachricht geschickt. Die Piemontesin, die über 50 Meter Rücken Gold mit Weltrekord und über 50 Meter Freistil Bronze mit italienischem Rekord gewann, berichtete anschließend, sie habe laut aufgeschrien, als die Nachricht ankam.


















