Kennen Sie diese Momente in Italien, in denen das Leben pulsiert und die Luft vor Energie nur so vibriert? Eine Gruppe von Kindern, die lachend über eine Piazza rennt, oder eine hitzige Diskussion am Familientisch über das richtige Ragù-Rezept. Genau für diese lauten, chaotischen, aber herzlichen Situationen haben die Italiener einen wunderbaren Ausdruck: fare cagnara. Tauchen wir ein in die Welt des liebenswerten italienischen Lärms!
Listening & speaking
(Lautschrift: FA-re kan-NJA-ra)
Literal translation
Wörtlich: „Hundelärm machen“. Sinngemäß bedeutet es, einen Heidenlärm zu machen, Radau zu schlagen oder für lauten Aufruhr zu sorgen.
The meaning & the attitude to life
When Italians fare cagnara, dann ist es laut, durcheinander und voller Energie. Die Redewendung beschreibt einen lauten, chaotischen Lärm, der von einer Gruppe von Menschen verursacht wird – denken Sie an eine Schulklasse nach dem Klingeln, Fans im Stadion oder eine große Familie beim Sonntagsessen. Es ist aber nicht immer nur negativ gemeint. Oft schwingt darin auch die Beschreibung einer lebhaften, vitalen Atmosphäre mit. Fare cagnara ist der Soundtrack des italienischen Alltags, ein Ausdruck von Leidenschaft, Emotion und Gemeinschaft, der manchmal eben etwas lauter ausfällt. Es ist das hörbare Zeichen dafür, dass das Leben in vollen Zügen genossen wird.
Origin & History
Die Herkunft dieser Redewendung ist so bildhaft wie einfach. Das Wort „cagnara“ leitet sich direkt von „cane“ (der Hund) ab. Es beschreibt das ohrenbetäubende und chaotische Gebell und Geheul einer Meute von Jagdhunden, die aufgeregt durcheinanderlaufen. Dieses akustische Bild von wildem, unkoordiniertem Lärm wurde im Laufe der Zeit auf Menschen übertragen, die gemeinsam eine ähnlich laute und unstrukturierte Geräuschkulisse erzeugen. Eine simple, aber sehr treffende Metapher!
Application example
- Basta, ragazzi! Smettetela di fare cagnara in cortile, i vicini si lamentano!
- Schluss jetzt, Kinder! Hört auf, im Innenhof so einen Lärm zu machen, die Nachbarn beschweren sich!
Culture tip
Achtung, Kontext ist alles! Während ein liebevoller Nonno seine Enkelkinder vielleicht mit einem Lächeln ermahnt, keine cagnara zu machen, kann der Ausdruck in einem anderen Kontext, etwa bei einer Demonstration oder einem Protest, auch „Aufruhr stiften“ oder „Krawall machen“ bedeuten. Die Redewendung beschreibt also immer eine Form von kollektivem Chaos – ob es sich dabei um spielerische Lebensfreude oder ernsthaften Protest handelt, verrät Ihnen die Situation.
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