Turin – Eine Bande soll mit vorgetäuschten Unfällen und gefälschten Arztberichten systematisch Versicherungen um mehr als 200.000 Euro betrogen haben. Die Carabinieri haben nun vier richterliche Anordnungen gegen die mutmaßlichen Mitglieder vollstreckt, darunter ein Anwalt.
Die Ermittler der Sondereinheit NAS kamen den Verdächtigen im Rahmen der Operation „FAKE BROKEN BONES“ auf die Spur. Die seit Dezember 2024 laufenden Untersuchungen, bei denen auch Telefone abgehört wurden, deckten eine gut organisierte Gruppe auf. Ihr Ziel: durch Versicherungsbetrug schnelles Geld zu machen.
Dreiste Maschen mit Bus und Hund
Die Methode der Bande war ebenso einfach wie raffiniert. Sie meldeten erfundene Unfälle und reichten gefälschte medizinische Befunde bei den Versicherungen ein. Diese Dokumente trugen den Briefkopf der Notaufnahme eines Turiner Krankenhauses und enthielten sogar echte Patientencodes, um glaubwürdiger zu wirken.
In einem besonders dreisten Fall täuschten die Beschuldigten einen Unfall in einem Linienbus vor. Sie behaupteten, der Fahrer habe eine so heftige Notbremsung hingelegt, dass sie gestürzt seien und sich schwere Verletzungen zugezogen hätten. Tatsächlich saßen sie aber nie in dem Bus.
Die Kreativität der Gruppe kannte offenbar keine Grenzen. Ein Verdächtiger kassierte eine hohe Versicherungssumme, nachdem er angab, von seinem eigenen Hund an der Leine so unglücklich zu Boden gerissen worden zu sein, dass er sich verletzt habe. Auch dieser Vorfall war frei erfunden und nur durch die gefälschten Klinikberichte untermauert.
Gegen drei der Beschuldigten wurde eine polizeiliche Meldepflicht verhängt. Einem Anwalt, der ebenfalls zu der Gruppe gehören soll, wurde vorübergehend die Ausübung seines Berufs untersagt. Ihnen werden die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Versicherungsbetrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.




















