Lösegeld für Diebesgut gefordert: 23-Jähriger in flagranti erwischt
Leporano – Die Carabinieri haben in Leporano einen 23-jährigen Einheimischen bei einer versuchten Erpressung auf frischer Tat ertappt. Er wollte gerade 150 Euro von einem Mann kassieren, den er kurz zuvor mutmaßlich selbst bestohlen hatte. Die dreiste Masche ist in Italien als „Cavallo di ritorno“ bekannt.
Alles begann mit einem Diebstahl aus einem Auto. Einem 43-jährigen Mann aus einem Nachbarort wurde seine Tasche gestohlen, in der sich Bargeld, persönliche Dokumente und ein Mobiltelefon befanden. Kurz nach der Tat erhielt der Vater des Opfers einen Anruf vom gestohlenen Handy. Der Anrufer forderte 150 Euro als „Lösegeld“ für die Rückgabe der Tasche samt Inhalt.
Der Bestohlene erstattete umgehend Anzeige bei den Carabinieri. Diese organisierten einen verdeckten Einsatz und legten sich am vereinbarten Treffpunkt für die Geldübergabe auf die Lauer. Als der 23-jährige Verdächtige das Geld entgegennehmen wollte, griffen die Beamten zu. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden sie das komplette Diebesgut, das dem Eigentümer sofort zurückgegeben wurde. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der junge Mann unter Hausarrest gestellt.
Weitere Verdächtige durch Videoaufnahmen identifiziert
Die Ermittlungen waren damit aber noch nicht abgeschlossen. Durch die Auswertung von Überwachungsvideos konnten die Carabinieri den gesamten Tathergang rekonstruieren und zwei mutmaßliche Komplizen identifizieren: einen 21-Jährigen und einen 15-Jährigen, beide ebenfalls aus Leporano. Sie sollen für den ursprünglichen Diebstahl aus dem Auto verantwortlich sein und sich auch während des Erpressungsversuchs in der Nähe des Treffpunkts aufgehalten haben. Die beiden wurden auf freiem Fuß angezeigt. Für alle drei Verdächtigen gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.




















