In Südtirol wird die Waldbrandgefahr aktuell als hoch eingestuft. Die Autonome Provinz hat große Teile des Landes, darunter den Vinschgau, Meran, das Etschtal und das Unterland, in die zweithöchste Warnstufe Orange versetzt. Grund dafür sind die anhaltende Trockenheit und die bevorstehenden Herz-Jesu-Feuer, die traditionell vielerorts am Sonntag entzündet werden. Zusätzlich gilt die Warnstufe Orange auch für das Risiko durch extreme Temperaturen.
Meteorologe Philipp Tartarotti vom Landesamt für Meteorologie und Lawinenwarnung berichtet, dass die Temperaturen am Samstag und Sonntag einen vorläufigen Höhepunkt erreichen könnten. Besonders im Raum Bozen sowie südlich davon werden Höchstwerte bis zu 38 °C erwartet. Selbst in den Nächten sinken die Temperaturen vielerorts nicht unter 20 °C, was die Trockenheit weiter verschärft.
Bei einer Bewertungskonferenz der Agentur für Bevölkerungsschutz wurde die aktuelle Lage eingehend analysiert. Direktor Willigis Gallmetzer wies auf das erhöhte Gefährdungspotenzial durch die Kombination von Trockenheit und extremer Hitze hin.
Strenge Regeln für Feuer in Waldnähe
In Südtirol ist offenes Feuer im Wald und im Umkreis von 20 Metern generell verboten. Diese Vorgabe des Landesforstgesetzes umfasst auch das Wegwerfen brennender Zigaretten oder Zündhölzer. Marco Pietrogiovanna vom Landesamt für Forstplanung betont, dass Feuer niemals unbeaufsichtigt bleiben dürfen und jegliches riskante Verhalten zu unterlassen ist.
Wer dennoch plant, ein Herz-Jesu-Feuer in einer Entfernung von weniger als 20 Metern zum Wald zu entzünden, benötigt eine Genehmigung des zuständigen Forstinspektorats. Zudem wird in solchen Fällen die örtliche Freiwillige Feuerwehr informiert. Die entsprechenden Formulare sind auf den Webseiten der Landesverwaltung abrufbar.
Im Falle eines Waldbrandes muss unverzüglich die Feuerwehr über die einheitliche Notrufnummer 112 alarmiert werden.
Gesundheitsschutz bei extremer Hitze
Neben der Waldbrandgefahr warnt die Landesverwaltung auch vor gesundheitlichen Risiken durch die anhaltende Hitze. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Kinder sollten Schutzmaßnahmen beachten. Dazu zählen eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, der Verzicht auf körperliche Anstrengungen in den heißesten Stunden des Tages sowie der Aufenthalt im Schatten. Wohnungen sollten tagsüber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und in den kühleren Nacht- und Morgenstunden gelüftet werden.
Reisende werden zudem aufgefordert, ausreichend Wasser bei Autofahrten mitzuführen, um gesundheitlichen Belastungen vorzubeugen. Detaillierte Verhaltenstipps bei Hitzewellen stellt die Agentur für Bevölkerungsschutz auf ihrer Internetseite zur Verfügung.




















