Am 1. Juli hat die Südtiroler Landesregierung die Weichen für eine Anpassung der Rechtslage zum Schutz des Wolfs gestellt. Hintergrund ist die Entscheidung der Europäischen Union, den Schutzstatus des Wolfs herabzustufen. Diese Änderung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie tritt am 14. Juli in Kraft und gibt den Mitgliedstaaten mehr Möglichkeiten im Umgang mit wachsenden Wolfspopulationen.
Landesrat für Land- und Forstwirtschaft Luis Walcher erklärte, dass Südtirol die neuen Spielräume zeitnah nutzen wolle. Im Mittelpunkt stehen dabei Änderungen am Landesgesetz über Vorsorge- und Entnahmemaßnahmen bei Großraubwild (Nr. 11/2018) sowie am Landesjagdgesetz (Nr. 14/1987). Diese Anpassungen sollen Ende Juli im Zuge der Beratungen zum Nachtragshaushalt im Landtag verabschiedet werden und könnten Mitte August in Kraft treten.
Walcher betonte die Dringlichkeit der Reform: „Die zunehmende Präsenz des Wolfs stellt für die Almwirtschaft und teilweise auch für die öffentliche Sicherheit eine ernstzunehmende Herausforderung dar.“ Deshalb wolle Südtirol nicht auf eine bundesweite Gesetzesanpassung warten, sondern selbst aktiv werden. Das Ziel besteht darin, durch gezielte Entnahmen von sogenannten „Schadwölfen” die traditionelle Alm- und Weidewirtschaft langfristig abzusichern.
Trotz der Herabstufung bleibt der Wolf auch künftig eine geschützte Tierart. Die EU-Staaten sind weiterhin verpflichtet, einen günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation sicherzustellen. Landesforstdirektor Günther Unterthiner hob hervor, dass Herdenschutzmaßnahmen auch in Zukunft erforderlich seien, jedoch nicht mehr zwingend als Voraussetzung für Entnahmen nachgewiesen werden müssten. Stattdessen rücke der Nachweis und die Bewertung des Erhaltungszustands der Wolfspopulation in den Fokus. Er appellierte an die Bevölkerung, Sichtungen von Wölfen oder Nutztierschäden durch Wölfe konsequent zu melden, um das Monitoring zu verbessern.
In die Vorbereitungen der Gesetzesänderungen waren neben den zuständigen Landesämtern auch der Südtiroler Bauernbund und der Südtiroler Jagdverband eingebunden. Die Vorschläge sind außerdem das Ergebnis intensiver politischer Arbeit auf europäischer und nationaler Ebene durch Mandatare wie den EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann und den Senator Meinhard Durnwalder.
(lpa/in)




















