Die Landesregierung Südtirols hat eine neue Regelung beschlossen, die den Zugang zu Verhütungsmitteln erleichtern soll. Demnach können Männer und Frauen künftig Verhütungsmittel kostenlos erhalten, sofern diese ärztlich verschrieben werden. Dieser Grundsatz ist nun in Artikel 44 des aktuellen Sammelgesetzes festgeschrieben, wodurch Südtirol eine Vorreiterrolle in Italien einnimmt.
Die Kosten für die bereitgestellten Verhütungsmittel übernimmt der Landesgesundheitsdienst. Für das Jahr 2025 sind zunächst 669 800 Euro vorgesehen, in den Folgejahren sollen jährlich 869 800 Euro zur Verfügung stehen. Mit diesem Schritt verfolgt die Landesregierung das Ziel, insbesondere jungen Menschen den Zugang zu moderner Verhütung zu erleichtern. Gesundheitslandesrat Hubert Messner betont, dass es dabei nicht nur um die Verhinderung ungewollter Schwangerschaften, sondern auch um Gesundheitsvorsorge und Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten geht.
Die genaue Umsetzung der Maßnahme steht jedoch noch aus. In einem weiteren Beschluss sollen Details festgelegt werden, etwa wer Anspruch auf die kostenlose Versorgung hat, wie die ärztliche Verschreibung im Einzelnen ablaufen soll und welche konkreten Verhütungsmittel künftig auf Rezept erhältlich sein werden. Damit sollen sowohl die praktischen Abläufe für medizinisches Personal als auch die Handhabung für die Betroffenen klar geregelt werden.
Mit dieser Gesetzesänderung möchte die Südtiroler Landesregierung ein Signal für mehr Selbstbestimmung und Gleichberechtigung setzen. Die kostenlose Bereitstellung von Verhütungsmitteln wird als wichtiger Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsvorsorge gesehen. Zudem sollen finanzielle Hürden abgebaut werden, die gerade junge Menschen oft davon abhalten, wirksame Verhütungsmethoden in Anspruch zu nehmen.
Der Beschluss tritt mit Inkrafttreten des Sammelgesetzes in Kraft. Wann die konkrete Versorgung in den Apotheken startet, hängt von der noch ausstehenden Regelung durch die Landesregierung ab. Fest steht jedoch bereits jetzt, dass Südtirol mit diesem Schritt einen neuen Standard in der Gesundheitsversorgung setzen möchte.




















