Für die Teilnehmer der 1000 Miglia 2025 war Frühaufstehen Pflicht: Bereits um 5:30 Uhr rollten die historischen Fahrzeuge aus dem Parco de’ Medici in Rom zur Zeitkontrolle – der Auftakt eines Tages, der ihnen alles abverlangte. Die dritte Etappe führte die Teams auf einer eindrucksvollen Route über mittelalterliche Städte, malerische Hügel und kurvenreiche Bergstraßen bis an die Adriaküste.
Historie trifft Herausforderung
Erste Station war Orte bei Viterbo. Dort erwartete die Fahrer eine anspruchsvolle Durchschnittsprüfung über knapp sieben Kilometer – ein erster Härtetest für Mensch und Maschine. In Baschi standen gleich acht Zeitfahren auf dem Programm, bevor der Tross zum majestätischen Dom von Orvieto weiterzog. Diese Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert, ein architektonisches Meisterwerk zwischen Gotik und Romanik, bot eine atemberaubende Kulisse für die Zeitkontrolle.
Während die Reifen glühten, änderte sich an der Spitze wenig: Andrea Vesco und Fabio Salvinelli in einem Alfa Romeo 6C 1750 SS führen weiterhin das Feld an. Ihnen dicht auf den Fersen waren das argentinische Duo Erejomovich und Llanos in einem Alfa Romeo 6C 1500 Ss. Den dritten Platz behauptete Turelli mit einem O.M. 665 S MM Superba 2000.
Von der Toskana zur Romagna – Landschaft und Leidenschaft
Die Route führte weiter durch Allerona und Ficulle, wo eine weitere Durchschnittsprüfung ausgetragen wurde. Besonders emotional war die Rückkehr der 1000 Miglia nach Città della Pieve – das Rennen war sieben Jahre nicht mehr dort gewesen. Die Begeisterung der Einwohner war spürbar, die Atmosphäre einzigartig.
Anschließend rollte der Konvoi durch die Weinberge von Montepulciano – eine Hommage an die Schönheit der Toskana. Neu im Etappenplan: Foiano della Chiana. Auch dort wurde im historischen Zentrum entlang des Corso Vittorio Emanuele ein Stempel vergeben. Gegen Mittag erreichten die Teilnehmer Arezzo, wo eine verdiente Pause eingelegt wurde.
Eine Reise durch Kunst, Natur und Technik
Frisch gestärkt ging es weiter nach Sansepolcro, der Heimat des Renaissancemalers Piero della Francesca. Doch bevor sie den kulturellen Genuss auskosten konnten, wartete sportliche Präzision auf sie: acht Zeitfahren bei Palazzo del Pero. Auch diese Etappe meisterten die Fahrer mit Disziplin und Feingefühl.
Höhepunkt am Nachmittag war die Fahrt über den Valico di Viamaggio im Naturschutzgebiet Alpe della Luna – ein Naturerlebnis mit fahrerischer Herausforderung. In San Marino, das erstmals Teil der Etappe war und eine Abenddurchfahrt beinhaltete, wurde Geschichte geschrieben: Noch nie hatte die 1000 Miglia hier zu dieser Tageszeit Halt gemacht. Die „Trofeo San Marino”, eine Serie von Zeitfahren auf dem Gelände der Republik, krönte dieses Kapitel.
Anschließend führte die Route durch Gambettola und Cesena. Im Technogym Village, dem Herzen der italienischen Fitnessindustrie, erwartete die Teilnehmer ein exquisites Abendessen. Es war der dritte und letzte festliche Abend dieser Ausgabe.
Ein Empfang wie für Helden in Cervia Milano Marittima
Nach rund 15 Kilometern finaler Fahrt erreichten die Teams am Abend das Etappenziel, die Piazza Andrea Costa in Milano Marittima. Doch der Tag war noch nicht vorbei. Auf der Piazza Maffei, am Fuße des Torre San Michele, wurden die Fahrzeuge bei einer feierlichen Parade von Hunderten Zuschauern bejubelt. Ein würdiger Abschluss für einen langen Tag voller Rennsport, Emotionen und italienischer Eleganz.
Fazit: Die dritte Etappe der 1000 Miglia 2025 war ein echtes Spektakel – für Teilnehmer wie für Fans. Zwischen römischer Morgendämmerung, toskanischem Flair und adriatischem Abendglanz zeigte sich erneut, warum dieses Rennen so einzigartig ist: Es verbindet Geschichte, Präzision und Leidenschaft mit unvergesslichen Momenten auf vier Rädern.
Karte: Milano Marittima
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