Ein dramatischer Höhlenrettungseinsatz in der Paperino-Höhle im Piemont ist heute um 12:45 Uhr erfolgreich zu Ende gegangen. Ein am Sonntagmittag durch einen Felssturz verletzter Höhlenforscher konnte nach über 24 Stunden von den Einsatzkräften des Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico (CNSAS) geborgen werden.
Der Unfall ereignete sich am Sonntag, dem 20. Juli, gegen 12:00 Uhr, nur etwa eine halbe Stunde nach dem Einstieg der Gruppe in die Höhle auf der Colla Termini im Gemeindegebiet von Ormea. Der Verletzte befand sich am Grund eines Schachts in etwa 40 Metern Tiefe, als er von herabfallenden Felsen getroffen wurde. Der sofort ausgelöste Alarm führte dazu, dass die Höhlenretter des CNSAS am Nachmittag den auf 1.870 Metern Höhe gelegenen Höhleneingang erreichten und um 16:00 Uhr in die Höhle abstiegen.
Die anspruchsvolle Bergung erforderte Sprengungen
Am Unfallort wurde umgehend ein beheiztes und klimatisiertes Zelt eingerichtet. Dort wurde der Verunfallte, bei dem der Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma bestand, von zwei medizinisch geschulten Höhlenrettern des CNSAS versorgt und überwacht. Die Kommunikation mit dem Basislager erfolgte über eine zuverlässige Kabeltelefonleitung.
Die Bergung des Verletzten stellte die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen, da mehrere Engstellen im Höhlensystem ein Durchkommen mit der Trage unmöglich machten. Hier kam die Expertise des Terlaner Höhlenretters und Sprengmeisters Roland Wenter zum Tragen. „Drei besonders enge Passagen mussten mit Mikro-Sprengladungen erweitert werden, da ein Durchkommen mit der Trage sonst nicht möglich gewesen wäre”, erklärte Wenter.
Zur Stabilisierung des Verletzten während des Transports wurde ein spezielles KED-System eingesetzt, das für beengte Rettungssituationen konzipiert ist. Auf dem Weg zum Ausgang mussten die Retter und der Verunglückte zwei senkrechte Schächte von jeweils 15 Metern Höhe sowie enge Gänge und eine besonders schwierige Engstelle überwinden.
Koordination und Zusammenarbeit führten zum Erfolg
Der Erfolg dieser komplexen Rettungsaktion ist der koordinierten Arbeit von über 50 Spezialisten verschiedener CNSAS-Höhlenrettungsdelegationen zu verdanken. Einsatzkräfte aus dem Piemont, der Lombardei, dem Trentino, Südtirol, Friaul-Julisch Venetien, Umbrien und Ligurien arbeiteten Hand in Hand, um die sichere Bergung zu gewährleisten.
Nachdem der verunglückte Höhlenforscher aus der Höhle befreit worden war, wurde er umgehend einer weiteren medizinischen Untersuchung unterzogen und anschließend von einem Rettungshubschrauber zur weiteren Versorgung ins Krankenhaus geflogen.























